28. November 2011
Die ambulante Geburt ist eine fast vergessene Möglichkeit, ein Kind in Sicherheit zu gebären und trotzdem schnell wieder in die gewohnte, heimische Umgebung zurückzukehren. Es gibt mehrere Unterscheidungen von ambulanten Geburten. Die wahrscheinlich bekanntesten sind die Geburt im Geburtshaus und die Geburt in den eigenen vier Wänden. Der unbekannteste und am seltensten genutzte Weg ist der, das Kind im Krankenhaus zur Welt zu bringen und die Klinik dann binnen weniger Stunden wieder zu verlassen.
Ambulant im medizinischen Sinne bedeutet folglich, am Tag des Eingriffs wieder nach Hause zu gehen oder den Eingriff in den eigenen vier Wänden durchführen zu lassen. Nur sehr wenige Frauen, unter ihnen vorrangig Zweitgebärende, nutzen derzeit dieses Angebot zur Niederkunft.
Eine Erhebung des AQUA-Instituts zur Verweildauer nach der Geburt zeigt, dass 2009 nur 3,2% aller Gebärenden (20.282 von 638.826 Frauen) das Krankenhaus innerhalb von 24 Stunden verlassen haben. Im Geburtshaus oder zu Hause kommen pro Jahr rund 10.000 Kinder zur Welt, gibt die „Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe e.V.“ (QUAG) an. Dabei berichten die ambulant Gebärenden, dass sie es als äußerst positiv einschätzen nach der Geburt schnell wieder im eigenen Heim zu sein. Die Geborgenheit, die die eigene Familie und alle persönlichen Dinge bzw. die gewohnte Umgebung den Müttern vermittelt, sei sehr wichtig, um gerade die kritische Wochenbettphase ohne Komplikationen zu überstehen. Darüber hinaus fühlten sich die Frauen entspannter, sicherer und folgten ihren eigenen Vorstellungen und Wünschen. Zudem eröffnen die verschiedenen Varianten ambulanter Entbindungen Frauen ganz individuelle Möglichkeiten des Gebärens, je nach Persönlichkeit, Vorgeschichte und Verlauf der Schwangerschaft.
Bei einer ambulanten Geburt wird die Schwangere durch eine 1:1-Betreuung vor, während und nach der Geburt von ihrer Hebamme umsorgt. Sie besucht die Frau in den ersten zwei Wochen nach der Niederkunft täglich.
Die Nachsorge in diesem Betreuungsrahmen ist entgegen der allgemeinen Annahme, auch im Fall einer erfolgten PDA oder eines Dammrisses meist vollkommen ausreichend. Frauen, die bei einer Klinikgeburt die vertraute Hebamme an ihrer Seite wissen wollen, müssen dafür jemanden finden, der Beleggeburten im gewünschten Krankenhaus durchführen kann. Auch wenn das nicht überall möglich ist, haben viele Kliniken Verträge mit Beleghebammen.
Die Kosten für Geburt und Nachsorge durch die Hebamme übernehmen die Krankenkassen, egal, wo entbunden wird. Hinzu kommt aber eine regional sehr unterschiedlich ausfallende Rufbereitschaftspauschale der Hebamme, die in der Regel privat zu finanzieren ist. Derzeit ist es so, dass Kassen vermehrt die Rufbereitschaftskosten übernehmen, da ambulante Geburten für sie kostengünstiger sind.
Bei der Wahl der Geburtsklinik muss man keine bindende Entscheidung fällen, ob die Geburt ambulant oder stationär ablaufen soll. Wichtig ist, grundsätzlich zu wissen, dass Sie mit der Abgabe Ihrer Unterschrift auf den Entlassungsdokumenten, jederzeit gehen dürfen – solange es ärztlich zu verantworten ist. Insofern bedeutet das auch im Umkehrschluss, dass Sie, falls vorher eine ambulante Geburt angestrebt wurde, länger im Krankenhaus bleiben können. Insbesondere wird die Überwachung in der Klinik bei einem Kaiserschnitt, starken Blutungen oder Anpassungsstörungen des Kindes erforderlich. In diesem Zuge sollten Sie sich auch darüber im Klaren sein, dass trotz einer normal verlaufenden Geburt und dem Anschein, dass es dem Neugeborenen gut ginge, das Risiko plötzlich auftretender Komplikationen, zwar selten aber möglich ist. Es obliegt letztlich Ihrem individuellen Befinden, ihrem Gefühl und der Situation.
Wir empfehlen Ihnen, sich bei Kreissaalbesichtigungen gezielt über die ambulante Geburt informieren zu lassen, da die Klinken diese Möglichkeit üblicherweise nicht ansprechen.
Über diese und andere Entbindungsmöglichkeiten lesen Sie mehr im BabyCare-Buch.
21. November 2011
Schwanger werden und ein Kind zur Welt zu bringen, ist ein Wunsch von vielen Frauen. Der Kinderwunsch ist oft ein fester Bestandteil der Lebensplanung. Eine Schwangerschaft und ein neues Familienmitglied werden so sehr eingeplant, dass noch nicht einmal die Möglichkeit in Betracht gezogen wird, dass es nur bei dem Kinderwunsch bleiben könnte. Das Thema Kinderwunsch ist etwas sehr persönliches und intimes. Es kommen viele Zweifel und Ängste bei Frauen auf, wenn sie nicht sofort schwanger werden. Auch Partnerschaften können unter einem unerfüllten Kinderwunsch leiden.
Die Erfüllung des Kinderwunsches benötigt Zeit und Geduld. Je mehr man sich und seinen Partner unter Druck setzt, desto geringer werden die Chancen einer Schwangerschaft. Die richtige Ernährung, viel Bewegung und wenig Stress sind wichtige Voraussetzungen um erfolgreich schwanger zu werden. Besonders der Stressfaktor kann zu einer vorübergehenden Unfruchtbarkeit führen.
Es gibt viele nützliche Tipps für Paare, die endlich schwanger werden möchten. Darunter zählt zum Beispiel die Berechnung des Eisprungs mit Hilfe eines Eisprungkalenders. Auch das Messen der Basaltemperatur kann auf dem Weg zum Kinderwunsch sehr hilfreich sein. Auch Männer können die Chancen erhöhen. Mit einem Spermiogramm wird die Qualität der Spermien beim Mann getestet. Auch hier kann Stress negative Auswirkungen auf das Ergebnis haben. Zudem sollte man möglichst schon vor der Schwangerschaft Alkohol und Nikotin vermeiden. Auch starkes Über- oder Untergewicht sind kontraproduktiv. Zusätzlich kann man einen Bluttest beim Arzt machen lassen, da zu viele Schwermetalle im Körper die Fruchtbarkeit verringern können. Zudem sollten Medikamente nur in Absprache mit dem Arzt genommen werden.
Der Weg zum Wunschkind kann sehr lang und schwierig sein. Besonders Frauen zweifeln oft an ihrer Fruchtbarkeit, trauen sich aber schlussendlich nicht sich untersuchen zu lassen. Die Angst vor Unfruchtbarkeit und der Wunsch einer Schwangerschaft sind zu groß. Dabei sind viele Fruchtbarkeitsstörungen behandelbar. Meistens ist es jedoch bloß eine Frage der Zeit, bis der Kinderwunsch in Erfüllung geht. Der Kinderwunsch erfüllt sich bei 85% aller Frauen nach spätestens einem Jahr.
14. November 2011
Maximilian, Leonie, Emma oder auch Paul, Ihnen fallen sicher noch viel andere Namen für Ihr Kind ein. Aber welcher ist nun der Richtige?
Wir möchten Ihnen im Folgenden keine Rangliste der beliebtesten, ausgefallensten oder langweiligsten Namen geben. Sie sollen lediglich ein paar Tipps bekommen, worauf Sie bei der Namenswahl achten sollten.
Es ist zunächst erst einmal wichtig sich den Namen des Kindes noch während der Schwangerschaft zu überlegen, denn das Kind wird ihn sein Leben lang tragen und da sind spontane Einfälle sicherlich nicht die beste Lösung. Überlegen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Partner einen Namen, der Ihnen beiden gefällt. Lassen Sie sich auch nicht von Familie oder Freunden rein reden, denn es ist Ihr Kind.
Klang:
Ein sehr wichtiges und oft vergessenes Kriterium für die Namenswahl ist ganz einfach der Klang des Namens. Ist es ein eher melodiöser Name oder klingt die Aussprache hart? Wie könnte der potentielle Vorname in Verbindung mit dem Familiennamen klingen? Zu langen Familiennamen passen eher kurze, prägnante Vornamen und umgekehrt.
Familientradition
In vielen Familien ist es Gang und gebe, dass die erstgeborene Tochter oder der erstgeborene Sohn den Namen der Mutter/ des Vaters annimmt, oftmals als Zweitname. Diese Tradition wird sicherlich schon seit mehreren Generationen so gelebt. Seien Sie sich aber sicher, dass Sie das auch möchten. Denn keiner kann Sie dazu zwingen diesen Namen zu wählen, wenn Sie das nicht wollen.
Einzigartigkeit
Um sich von der Masse abzuheben, bekommen immer mehr Kinder ausgefallene Namen wie Chanel Mercedes.
Sicherlich ist es bei einem Familiennamen wie Müller oder Schmidt ratsam einen etwas flotteren Vornamen zu wählen, aber bedenken Sie auch hierbei immer, dass Ihr Kind diesen Namen sein Leben lang haben wird. Gehen Sie vor allem bei ausgefallenen Ideen einfach mal von sich selber aus. Können Sie sich vorstellen ein Leben lang den Namen Ihres Kindes zu tragen?
Bedeutung
Was Ihnen vielleicht auch bei der Wahl behilflich sein kann, ist die Bedeutung des Namens.
Zwar ist die Bedeutung des eigenen Namens den meisten nicht bekannt, aber früher oder später interessiert man sich vielleicht doch dafür. Dann freut man sich als „Maximilian“ vielleicht mehr über die Bedeutung „der Erhabenste, der Größte“, als Silvia, was so viel bedeutet wie Wald.
Bedenken Sie bei der Namensauswahl auch, dass Ihr Kind aufgrund des Namens später vielleicht von anderen Kindern gehänselt werden könnte.
Im Internet gibt es viele Seiten mit Namensvorschlägen und deren Bedeutungen. Eine gute Seite mit weiteren wertvollen Tipps ist folgende: www.beliebte-vornamen.de .
Als Buch ist „Das große Lexikon der Vornamen“ von Bertelsmann empfehlenswert.
8. November 2011
Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
Die WHO beobachtet derzeit in Westeuropa eine massive Zunahme von Maserninfektionen. Allein in Deutschland sind von Januar bis Oktober 2011 über 1500 Fälle aufgetreten, doppelt so viele wie 2010. Nach einer Ansteckung mit Masern in der Schwangerschaft kommen bis zu 25% der Babys zu früh zur Welt. Deshalb betont Prof. Klaus Friese, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: „Frauen mit Kinderwunsch sollten unbedingt gegen Masern geimpft sein, um eine mögliche Fehl- oder Frühgeburt als Erkrankungsfolge zu verhindern.“ Hier besteht ein erheblicher Nachholbedarf, so Prof. Friese: Die Masern-Immunität liegt in Deutschland auf einem denkbar schlechten Niveau, etwa auf gleichem Level wie die Masernimmunität in Rumänien. Beide Länder bilden in Sachen Masernschutz das Schlusslicht innerhalb der EU. Krankheitsausbrüche sind deshalb vorhersehbar.
Masern sind eine schwere Infektionskrankheit. Die wichtigste Komplikation in der Schwangerschaft sind neben dem hohen Fieber schwere Lungenentzündungen. Wenn die Infektion sehr spät in der Schwangerschaft auftritt, so kann das Baby mit Masern geboren werden. Da Neugeborene noch kein ausgereiftes Immunsystem haben, können diese Erkrankungen lebensbedrohlich verlaufen. Fehlbildungen durch eine Maserninfektion sind allerdings nicht zu befürchten. Deshalb besteht keine Veranlassung für eine pränatale Diagnostik oder einen Schwangerschaftsabbruch, wenn eine Infektion während der Schwangerschaft auftritt. Das gilt übrigens auch für Masernimpfungen, die aus Versehen in einer frühen Phase der Schwangerschaft durchgeführt werden.
Wenn eine Schwangere, die keinen Impfschutz hat, in Kontakt mit Infizierten kommt, so kann die sofortige Gabe von Immunglobulinen den Ausbruch der Krankheit verhindern oder zumindest abschwächen. Wenn die Krankheit allerdings bereits voll ausgebrochen ist, ist diese Therapieform nicht mehr wirksam.
Personen, die in der Kindheit zweimal geimpft wurden, haben lebenslang einen ausreichenden Impfschutz. Wurde allerdings nur einmal oder gar nicht geimpft, so empfiehlt das Robert-Koch-Institut für für alle, die im Jahr 1970 oder später geboren sind, die Masernimpfung nachzuholen.
© DGGG 2011
1. November 2011
Die U-Untersuchungen = Kindervorsorgeuntersuchungen
Um sicherzustellen, dass Defekte und Erkrankungen die körperliche und geistige Entwicklung eines Kindes nicht gefährden bzw. möglichst schnell durch einen Kinder- und Jugendarzt erkannt werden, hat der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in den “Kinder-Richtlinien” die ärztlichen Maßnahmen zur Früherkennung von Krankheiten bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres festgelegt.
Diese werden im gelbem Kinder-Untersuchungsheft „Gelbes Heft“ des Gemeinsamen Bundesausschusses vom Kinder- und Jugendarzt dokumentiert (Rechtsgrundlage ist § 26 SGB V). Alle Früherkennungsmaßnahmen für Säuglinge und Kleinkinder zählen seit 1971 zu den Pflichtleistungen der Krankenkassen.
Die U1 erfolgt kurz nach der Geburt (2. Bis 4. Lebensstunde) und soll Defekte vitaler Funktionen aufdecken, die sofortiges Handeln erfordern. Ein wichtiger Bestandteil ist der sogenannte APGAR-wert. Es wird 1 bis 5 Minuten nach der Geburt jeweils von 0 bis 2 Punkten für 5 Aspekte des Allgemeinzustandes des Neugeborenen vergeben: Atmung (A), Puls (P), die Reflexe beim Absaugen (G), die Farbe der Haut (A für engl. Appearance) sowie den Muskeltonus (R). Die Ergebnisse des Tests zeigen, wie das Baby die Geburt überstanden hat, wie gut es den Anpassungsprozess außerhalb des Mutterleibs bewältigt und ob es sich nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell erholt.
Ziel der U1 ist die Beurteilung des kindlichen Gesundheitszustandes mit allen Sinnen:
1. Inspektion (Betrachtung): Hautfarbe, Ödeme, Blutungen, Geburtsverletzungen, Angiome, Symmetrie und Beschaffenheit der Fontanellen, Augen, Ohren und des Mundes sowie der Extremitäten (Fußstellung, Faltenasymmetrien), Gelenke, Wirbelsäule
2. Auskultation (Abhören): Herz und Lunge (Fragestellung: Herzfehler, Atmungsanomalien)
3. Palpation (Abtasten): Abtasten des Bauches (Tumorsuche), Genitalien (Descensus des Hodens), Leistenpulse, Analregion
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