27. Dezember 2011
Eine aktuelle Studie aus Großbritannien (65.000 Schwangere haben daran teilgenommen) zum Thema Hausgeburten zeigt auf, dass eine Hausgeburt ein erhöhtes Risiko für Mutter und Kind birgt. Die eigentliche Intention dieser Studie lag darin wissenschaftlich zu belegen, dass eine Entbindung außerhalb einer Klinik nicht unsicherer und risikoreicher ist als in einer Klinik. Jedoch stellte sich das Gegenteil heraus. Laut dieser Studie mussten 45 % der Erstgebärenden während ihrer Hausgeburt auf Grund von auftretenden Komplikationen in ein Krankenhaus transportiert werden. Zudem stellte sich heraus, dass bei 9,3 von 1.000 Entbindungen während einer Hausgeburt schwere Komplikationen (z. B. Hirnschäden) auftraten und nur bei 5,3 der Frauen, die in einer Klinik entbunden haben.
Die größtmögliche Sicherheit für Mutter und Kind ist laut Prof. Dr. Klaus Friese (Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) nur in einer Geburtsklinik gewährleistet. Jede zehnte Schwangere muss auch in Deutschland während einer Hausgeburt aufgrund von unvorhergesehenen Komplikationen in eine Klinik transportiert werden. Bei über 50 % dieser Frauen muss daraufhin ein Kaiserschnitt durchgeführt werden oder die Entbindung findet mit Hilfe einer Saugglocke bzw. einer Zange statt. Darüber hinaus ist die Sterblichkeitsrate von Neugeborenen nach einer Hausgeburt um etwa ein Drittel höher als nach einer Klinikgeburt bei gleicher Schwangerschaftsdauer.
Weitere Informationen über diese Studie finden Sie unter www.idw-online.de sowie über Hausgeburten in dem gleichnamigen Blockbeitrag (veröffentlicht am 30.06.2010). Bitte beachten Sie jedoch hierbei die neuen Erkenntnisse dieser Studie.
19. Dezember 2011
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12. Dezember 2011
Schon die Menschen im Altertum kannten die entspannende und krampflösende Wirkung von warmem Wasser. Dieser Wirkung sind sich in der heutigen Zeit immer mehr Frauen bewusst und entbinden aus diesem Grund „unter Wasser“.
Unter einer Wassergeburt versteht man, dass die Gebärende die Zeit von der Eröffnungs- bis zur Austreibungsphase im Gebärbecken verbringt. Somit findet die Geburt unter Wasser statt. Viele Frauen begeben sich aber erst zur eigentlichen Geburt ins Wasser und verbringen die Wehen und Austreibungsphase noch auf dem „Trockenen“.
Die Wassergeburt ist eine der sanftesten Methoden der Niederkunft. Generelle Merkmale sind Schmerzlinderung und Stressreduzierung für Mutter und Kind. Die größten Vorteile liegen in der kürzeren Wehendauer, weniger schlimmen Schmerzen, weniger Dammschnitten/- rissen und einer größeren Bewegungsfreiheit für die Frau. Aufgrund des warmen Wassers entkrampfen und entspannen sich die Muskeln und das Gewebe an Becken und Scheide besser und die Schmerzen werden von vielen Frauen als weniger schlimm empfunden. Frauen, welche ihr Kind im Wasser zur Welt bringen, verzichten sehr viel häufiger auf die Gabe von Schmerzmitteln.
Sind die Muskeln entspannt, so sind sie auch elastischer und ermöglichen dem kindlichen Kopf ein besseres Durchkommen durch das mütterliche Becken. Das Pressen mit der Bauchmuskulatur ist bei einer Wassergeburt aus diesem Grund weniger notwendig. Auch das Gewebe am Damm ist geschmeidiger und die Gefahr eines Dammrisses oder Dammschnittes ist um ein Vielfaches verringert.
Durch den Auftrieb des Wassers kann die Schwangere bequem und in fließenden Bewegungen von einer Gebärposition in die andere wechseln, ohne sich zu sehr anstrengen zu müssen. Vorteil für das Kind ist der sanftere Übergang vom Fruchtwasser ins Wasser mit in etwa gleicher Temperatur. Damit wird ein Geburtsschock verhindert. „Wasserkinder“ erleiden auch weniger die Neugeborenen-Gelbsucht.
In den zwei Phasen der Geburt wird zuerst der Kopf und dann der Rest des Körpers geboren. Viele Mütter haben zwischen der ersten und zweiten Phase Angst, dass das Baby atmen muss, aber mit dem Kopf ja noch unter Wasser ist. Es besteht aber kein Grund zur Sorge. Ist das Kind vollständig geboren, wird es mit den Armen paddeln, um zu verdeutlichen, dass es an die Oberfläche gehoben werden muss, um den ersten Atemzug zu tätigen. Erst wenn das Baby keinen Kontakt mehr zum Wasser hat, wird es seinen ersten Atemzug tun.
Sollten Sie sich definitiv für eine Wassergeburt entscheiden, empfiehlt es sich die Klinik oder das Geburtshaus Ihrer Wahl schon frühzeitig auszusuchen.
Achten Sie bei der Besichtigung des Kreißsaals und des Gebärbeckens besonders auf folgende Dinge:
• Wenn Sie im Becken sitzen, sollte Ihnen das Wasser mindestens bis zur Brust reichen.
• Der Rand des Beckens muss so stabil sein, dass Sie sich mit Armen und Beinen abstützen können.
• Sie sollten sich frei im Becken bewegen können
• Anti-Rutsch-Matten oder Schaumkissen sollten vorhanden sein
• Der Zufluss des Wassers erfolgt im optimalen Fall von unten
• Das Becken sollte gut isoliert und beheizbar sein
• Die Wassertemperatur beträgt je nach Ihrem Empfinden zwischen 32 und 37 °C
Eine Wassergeburt sollte allerdings nur dann geplant werden, wenn die Schwangerschaft bislang ohne Komplikationen verlaufen ist und auch keine Komplikationen zu erwarten sind (keine Frühgeburt, keine Vorerkrankungen z.B. Diabetes mellitus oder Infektionserkrankungen wie HIV oder Hepatitis B, keine Mehrlingsschwangerschaft, keine Steißlage, kein grünes Fruchtwasser).
Hier finden Sie eine Liste einiger Kliniken in Deutschland, welche Wassergeburten anbieten.
Informieren Sie sich aber trotzdem in Ihrer gewählten Klinik noch einmal genauer nach dieser Geburtsoption.
5. Dezember 2011
Es gibt drei Möglichkeiten, in denen Sie Ihr Kind zur Welt bringen können:
- die Geburt in der Klinik (einschließlich der ambulanten Geburt),
- die Geburt im Geburtshaus und
- die Hausgeburt.
Über die Klinikgeburt können Sie sich in unserem Beitrag zum Thema „Entbindung im Hebammenkreißsaal“ informieren und über Hausgeburten im gleichnamigen Artikel.
Im Folgenden möchten wir Ihnen die wichtigsten Punkte zur Geburt im Geburtshaus aufzeigen.
Ein Geburtshaus ist eine autonome Einrichtung, welche von Hebammen geleitet wird. Charakteristisch für Geburthäuser ist die umfassende 1:1 Betreuung der Schwangeren vor, während und nach der Geburt. Sie werden ausschließlich von einer Hebamme betreut. Sie selbst können mehr oder weniger ohne Einschränkung bestimmen, wie die Betreuung aussehen und die Geburt ablaufen soll. Sollten bestimmt Wünsche nicht erfüllbar sein, wird Ihre Hebamme Ihnen andere Möglichkeiten aufzeigen, damit alles bestmöglich nach Ihren Vorstellungen ablaufen kann.
Viele Geburtshäuser bieten nicht nur die Geburt in der Einrichtung an, sondern auch Informationsveranstaltungen, Geburtsvorbereitungskurse und auch Geburtsnachbereitungskurse.
Wann kommt das Geburtshaus für Sie in Frage?
• Wenn Ihre Schwangerschaft bisher komplikationslos verläuft.
• Wenn Sie den Verlauf Ihrer Geburt weitgehend eigenständig und selbst bestimmen wollen.
• Wenn eine Hausgeburt aus persönlichen Gründen für Sie nicht in Frage kommt.
• Wenn Sie auf die schulmedizinische Schmerzmitteltherapie, wie sie in den Klinken verabreicht wird, verzichten können.
Wenn alle diese Punkte bei Ihnen zutreffen und Sie sich für die Geburt im Geburtshaus entschieden haben, dann sollten Sie sich frühzeitig ein Haus in Ihrer Nähe suchen und auch schon anmelden. Es empfiehlt sich, falls Angeboten, vorherige Schwangerschaftskurse o.ä. im gewählten Geburtshaus zu besuchen. Dann kennen Sie die Räume und können während der Geburt meist besser in der vertrauten Atmosphäre entspannen.
Viele werdende Eltern sorgen sich bei Geburten im Geburtshaus um die fehlende medizinische Sicherheit. Insgesamt ist aber eine Geburt in einer solchen Einrichtung nicht unsicherer, als die in einer Klinik. Da viele Frauen, die sich für eine Geburt im Geburtshaus entscheiden von vornherein positiver und selbstbewusster an die Niederkunft gehen, benötigen sie weniger Schmerzmittel. Zur Not bedienen sich viele Hebammen der Homöopathie, Akupunktur oder lindern die Schmerzen mit Hilfe von Massagen. In den seltenen Fällen, dass es doch zu Komplikationen kommt, bemerkt die Hebamme dies meist sehr schnell und kann die Schwangere ohne großen Stress in die nächste Klinik begleiten. Sollte Ihnen aber das Risiko noch zu groß sein, besteht in einigen Häusern die Möglichkeit, dass ein Arzt bei der Geburt anwesend ist.
Schwerwiegende Notfälle treten selten ein, da die Geburtshäuser im Vorfeld eine Art Selektion vornehmen. So werden Frauen mit Zwillingsschwangerschaften, präexistenten schweren Erkrankungen oder auch bei Steißlage nicht im Geburtshaus aufgenommen.
Die nächsten zehn Tage (bei Bedarf auch noch länger) nach der Geburt werden Sie von Ihrer Hebamme täglich besucht.
Je nach Geburtshaus variieren die Kosten für die Entbindung und Betreuung. Einige Hebammen haben Kassenverträge, welche die Kostenübernahme durch die Kassen gewährleisten. Teilweise werden die kosten auch ohne einen bestehenden Kassenvertrag rückerstattet. Informieren Sie sich in jedem Fall im Vornherein über die anfallenden Kosten.
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