15. Juli 2010
In der Schwangerschaft sollten Sie das Thema Reiseimpfungen sehr sorgsam mit Spezialisten erörtern. Die üblichen Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung, Hepatitis B oder Typhus sind auch ohne Bedenken möglich.
Reiseimpfungen sollten generell nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und bei eindeutiger Indikation durchgeführt werden. Das gilt vor allem für Lebendimpfstoffe im ersten Schwangerschaftsdrittel.
Gegen Gelbfieber sollte man nur bei strenger Indikation impfen und erst nach der 12. Schwangerschaftswoche. Auf einen Aufenthalt in Risikogebieten sollten Sie jedoch als Schwangere am besten verzichten.
Auch Malariagebiete sollten Sie während der Schwangerschaft nicht besuchen, denn durch Malaria besteht für das heranwachsende Kind eine verstärkte Gefahr, wenn nicht ausreichend und rechtzeitig behandelt wird.
Beachten Sie auch, dass eine Fernreise mit den erforderlichen Impfungen für Schwangere und Kleinkinder eine zusätzliche Belastung ist. Im Zweifelsfall sollten daher solche Reisen zu diesen Zeiten verschoben werden. Wird eine Reise in diese Gebiete dennoch notwendig, lassen Sie sich von einem Experten beraten. Dieses können Sie auch bei den Experten des Pharmakovigilanz- und Beratungszentrums für Embryonaltoxikologie Berlin tun (Beratungs-Telefon: 030 / 30308-111).
8. Juli 2010
Bei einem unkomplizierten Schwangerschaftsverlauf bestehen gegen nicht strapazenreiche Reisen keine Vorbehalte. Dennoch muss bei belastenden Fernreisen beachtet werden:
Bei Schwangeren ist das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belastet, die Lungenfunktion kann beeinträchtigt sein (flachere Atmung), eine Blutungsgefahr kann nie völlig ausgeschlossen werden, bei der Beachtung von Gesundheitsrisiken kommt das Wohl des heranreifenden Kindes hinzu, die Möglichkeit einer vorzeitigen Entbindung muss einkalkuliert werden.
Vor allem lange Flugreisen können für Schwangere nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel zur Tortur werden. Durch enge Sitze und dem Druck der Gebärmutter auf die Venen der Beckenregion potenzieren die Gefahr von Blutstauungen in den Venen mit Thrombenbildung.
Machen Sie daher im Flugzeug möglichst intensive Beingymnastik, tragen Sie Kompressionsstrümpfe und sorgen Sie für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
Tipp: Vier Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin sollten keine anstrengenden Reisen angetreten werden. Bei Mehrlingsschwangerschaften raten Experten generell von Reisen ab. Bei drohender Fehlgeburt (Blutungen), anderen Störungen der Schwangerschaft (Blutdruckkrisen u.ä.), vorzeitiger Öffnung des Gebärmutterhalses (Zervixinsuffizienz), Blutarmut (Anämie) oder Komplikationen bei früheren Schwangerschaften sollte auf Reisen verzichtet werden.
Reiseimpfungen in der Schwangerschaft sollten stets sehr sorgsam abgewogen und mit Spezialisten erörtert werden. Tritt während der Schwangerschaft eine Malariainfektion auf, dann besteht für das heranwachsende Kind eine verstärkte Gefahr, wenn nicht ausreichend und rechtzeitig behandelt wird.
Bei Bus- und Autotouren gilt das, was zur Thrombosegefahr im Flugzeug gesagt wurde. Häufigere Pausen zum Füße vertreten vermindern das Thromboserisiko. Wichtig ist, dass die Sitzgurte richtig angelegt werden. Ansonsten sind – abgesehen von der Unfallgefahr – die Risiken für eine Schwangere nicht wesentlich erhöht. Von Abenteuerreisen per Auto in kaum bewohnte Regionen ist allerdings ebenfalls abzuraten.
Informieren Sie sich am Besten vor Ihrer Reise über die Gefahren in Ihrer Urlaubsregion (wenn außerhalb Deutschlands). Auch sollten Sie Ihren Frauenarzt über die Reise informieren und sich ggf. mit ihm/ihr beraten. Wenn Ihre Schwangerschaft komplikationslos verläuft und Sie sich fit fühlen, steht der Reise sicherlich nichts im Weg.
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