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6. Februar 2012

Rauchentwöhnung in der Schwangerschaft

Auf das Rauchen zu verzichten, ist einer der wichtigsten Schritte, den Schwangere zur Verbesserung ihrer eigenen Gesundheit und der ihres Kindes tun können.

Rauchen schädigt das sich entwickelnde Kind auf mindestens drei Wegen:

  • Nikotin verengt die Blutgefäße. Das verringert die Durchblutung der Placenta und lässt den Blutdruck auch beim Kind ansteigen.
  • Das im Zigarettenrauch enthaltende Kohlenmonoxid führt zu einer Verringerung des Sauerstoffgehalts im Blut. Das Kind leidet dadurch praktisch immer unter »Atemnot«.
  • Die weiteren Inhaltsstoffe der Zigarette wie Blei und Cadmium werden ungefiltert an das Kind weitergegeben. Zigaretten enthalten über 100 chemische Substanzen, von denen viele giftig sind und sogar das Erbgut schädigen.

Rauchen vor und während der Schwangerschaft kann die Risiken der folgenden Krankheiten oder Komplikationen unter anderem deutlich erhöhen:

  • Unfruchtbarkeit
  • Spontanaborte
  • Geringes Geburtsgewicht
  • Frühgeburt
  • Erhöhte Krankheitsanfälligkeit des Kindes
  • Kleinwuchs
  • Einschränkung der Stillfähigkeit

Das Geburtsgewicht des Kindes nimmt mit zunehmender Menge des inhalierten Zigarettenrauchs beständig ab. Die Kinder von Raucherinnen sind 150-250 Gramm leichter als die von Nichtraucherinnen. Genauso steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Spontanabort kommt und die Rate der Frühgeburten ist mehr als verdoppelt.

Immer mehr Frauen rauchen: Inzwischen greift mehr als jede dritte Frau im gebärfähigen Alter zumindest gelegentlich zur Zigarette. Unter den Schwangeren rauchen noch 18 Prozent. Gehören Sie zu diesen Frauen, sollten Sie aber nicht verzweifeln oder sich Vorwürfe machen, denn das Rauchen aufzugeben ist schwer. Meist genügt die Kraft, die durch das Bewusstsein des Eltern-Werdens geweckt wird. Viele Frauen (und auch Männer) schaffen es so für immer die Finger von Zigaretten zu lassen.

Rund 11 Millionen Menschen in Deutschland sind Ex-Raucher und geben an, dies ohne fachliche Hilfe geschafft zu haben. Wir möchten Ihnen nun einige hilfreiche Hinweise und Tipps geben, die diesen Menschen bereits geholfen haben, um Ihnen einen Weg raus aus der Sucht nach Nikotin zu zeigen.

  • Legen Sie ein Datum für den Rauchstopp fest. Entsorgen Sie alle Zigaretten, Aschenbecher, Feuerzeuge!
  • Informieren Sie Ihre Familie, Freunde und Bekannte, dass Sie aufhören wollen und bitten Sie sie um Unterstützung in „schwachen“ Momenten.
  • Die 3-A-Technik: „Abwarten“: jede Verlangensattacke geht vorbei, halten Sie durch. „Ablenken“: bringen Sie sich auf andere Gedanken, lesen Sie, treiben Sie Sport oder tun Sie endlich die Dinge, die schon lange liegengeblieben sind. „Abhauen“: Meiden Sie Orte, die Sie mit Rauchen verbinden. Lässt sich das nicht einrichten, wechseln Sie kurz den Ort (zur Toilette oder an die frische Luft).
  • Suchen Sie sich Alternativen zu Ihren Rauchritualen und überdenken Sie vor allem den Sinn dieser Rituale. („Zu jedem Kaffee gehört eine Zigarette“- bedeutet eigentlich, dass Sie immer wenn Sie rauchen auch Kaffee trinken müssten.)
  • Versuchen Sie bewusst das Geld, welches vorher in Zigaretten umgesetzt wurde, zu sammeln um den Erfolg sichtbar und zählbar zu machen. Dann wird Ihnen klar wie viel sie eigentlich sparen.
  • Geben Sie nie auf! Jeder kann Rückfälle erleiden (manche benötigen bis zu 20 Versuche). Sie müssen es wollen und sich klar werden, es liegt in Ihren eigenen Händen, für das Wohl Ihres Kindes und sich selbst, die besten Voraussetzungen zu schaffen.

Nikotinersatzpräparate können hilfreich sein, sollten jedoch erst benutzt werden, wenn das Durchhaltevermögen allein nicht ausreicht. Außerdem sind die Risiken der Nikotinaufnahme durch die Nikotinersatzpräparate gegenüber den Risiken des Rauchens unbedingt abzuwiegen. Diese Möglichkeiten sollten Sie unbedingt mit Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt besprechen.

Viele Frauen fragen sich, ob eine Rauchentwöhnung aufgrund von Entzugserscheinungen vielleicht auch eine Belastung für das Ungeborene sein kann. Ganz klar: NEIN! Die Devise lautet, je früher desto besser. Es zeigen sich ausschließlich positive Auswirkungen auf das Kind. Eine Entwöhnung bis zum vierten Schwangerschaftsmonat wirkt sich beispielsweise nachweisbar positiv auf das Geburtsgewicht aus. Hingegen ist es bei Raucherinnen so, dass die Babys nach der Geburt zum Teil an deutlichen Entzugserscheinungen zu leiden haben.

Sollten Sie allen Mut verlieren und die Kraft nicht haben dem Rauchen abzuschwören, bietet das Internet zahlreiche Hilfen und Programme zur systematischen Rauchentwöhnung (online Programm mit ganzheitlicher Betreuung). Natürlich sollten Sie sich an Ihre Ärztin / Ihren Arzt wenden um zu klären inwieweit bei Ihnen eine Nikotinsucht besteht und ob eine psychologische oder psychotherapeutische Betreuung sinnvoll ist.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg bietet, neben vielen anderen Anlaufstellen, die Möglichkeit der Nutzung eines sogenannten Rauchertelefons unter der Nr.:06221 / 42 42 00.

Fragen Sie auch bei Ihrer Krankenkasse nach, welche Kurse oder Programme sie finanzieren. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet eine Reihe von Ratgebern zum Thema Rauchen und Schwangerschaft zum kostenlosen Download an (www.bzga.de).

Buchtipp: Endlich Nichtraucher für Lesemuffel – für Frauen, Allen Carr (Kösel Verlag).

30. Januar 2012

Liebe und Sexualität in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ändern sich viele Gewohnheiten und Vorlieben, so bleibt auch das Sexualleben nicht davon verschont.
Bei einigen Frauen verstärkt sich das Verlangen nach Geschlechtsverkehr während der Schwangerschaft, in der Regel nimmt das Verlangen jedoch ab. In den ersten nicht einfachen Wochen der Schwangerschaft steigt der Wunsch nach Zärtlichkeit, nach Schmusen oder nach liebevollen Massagen und somit das Bedürfnis nach emotionaler Unterstützung.

Das Verlangen nach Geschlechtsverkehr hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Länge der Partnerschaft, der beruflichen Belastung und vor allem von den Schwangerschaftsbeschwerden. Laut einer Umfrage halbiert sich nahezu der Stellenwert der Sexualität in der Schwangerschaft.

Diese Veränderung kann nicht immer einfach sein und kann zu Enttäuschungen sowie Konflikten führen.
Deswegen ist der beste Rat für ein Paar in dieser Lebenslage: Kommunizieren Sie! Es ist wichtig, sich über seine Gefühle und Erwartungen auszutauschen und die Probleme oder Konflikte nicht zu verdrängen. Dies gilt natürlich nicht nur für den Bereich der Sexualität.

Im letzten Drittel wird es meist beschwerlich für die Schwangere beim Geschlechtsverkehr die Rückenlage, die am meisten bevorzugte Stellung, einzunehmen. Dann sind Stellungen zu empfehlen, bei denen die Frau dem Mann den Rücken zuwendet, in der Seitenlage, im Liegen, Sitzen oder Knien. Auch Befriedigung durch Masturbation, Petting und Oralgenitalverkehr ist ebenfalls möglich.

Früher warnten Ärzte vor Geschlechtsverkehr während der Schwangerschaft. Diese Ansicht ist jedoch längst überholt. Aus heutiger medizinischer Sicht gibt es keinen Grund, mit dem Sex aufzuhören. Die Sorge, dass dadurch die Fruchtblase verletzt werden könnte, ist unbegründet und Untersuchungen bestätigen, dass es keinen Zusammenhang mit der Häufigkeit des Sexualverkehrs und Frühgeburten gibt.
Schwangere, bei denen es zu Komplikationen kommt oder bei denen die Gefahr einer Fehl- bzw. Frühgeburt besteht, sollten während der Schwangerschaft jedoch auf Sex verzichten.

Bei fast der Hälfte aller Paare ist die sexuelle Beziehung nach der Geburt eines Kindes dieselbe wie davor, bei manchen wird sie sogar besser.

23. Januar 2012

„Kugelrund Glücklich“

Von der Hanseatische Krankenkassen HEK gibt es jetzt eine neue APP, sowohl für iPhones als auch für Android Smartphones, die viele Informationen für die gesamte Schwangerschaft bietet. Hier können Sie Infos zu jeder Schwangerschaftswoche abrufen, sich über alle Vorsorgetermine informieren und sich auch an die jeweiligen Termine erinnern lassen sowie einen eigenen Schwangerschaftskalender führen, in den Sie auch die Vorsorgetermine eintragen können. Über die APP können Sie auch das BabyCare-Programm bestellen.

Das App kann jederzeit kostenlos heruntergeladen werden, auch wenn Sie nicht bei HEK versichert sind.

Weitere Informationenfinden Sie hier: HEK Schwangerschaftsapp.

19. Januar 2012

Vitamin D-Versorgung in der Schwangerschaft

Am 16.01.2012 war das Hauptthema in der aktuellen Ausgabe des “Spiegels” (03/16.01.2012) die Vitaminversorgung in Deutschland.
Wer diesen Artikel nun gelesen hat, stellt sich vielleicht die Frage „Warum nehme ich überhaupt noch Vitaminpräparate zu mir?“. Denn die Empfehlung lautet >>Finger weg von Vitaminpräparaten<<.
Dies mag vielleicht für gesunde Menschen gelten. Keinesfalls gilt dies aber für Schwangere, die bei nicht wenigen Mikronährstoffen einen Zusatzbedarf haben.
Im Rahmen unseres BabyCare Programms haben wir über 20.000 Ernährungsdaten von Teilnehmerinnen gesammelt. Diese Daten zeigen ganz klar, dass Schwangere selbst durch eine besonders bewusste Ernährung die erforderlichen Zufuhrmengen bestimmter Mikronährstoffe nicht erreichen. Augenmerk wird hierbei auf die ausreichende Versorgung mit Eisen, Folsäure, Vitamin C und eben auch Vitamin D gelegt.

Nun hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) den täglichen Vitamin D Bedarf zum 01.01.2012 von 5 Mikrogramm auf 20 Mikrogramm und somit um das vierfache angehoben. Vor Erhöhung der aufzunehmenden Menge Vitamin D hatten schon in etwa 50% der Frauen Probleme ausschließlich durch die Nahrung die empfohlene Menge zu sich zu nehmen. Durch die neue Regelung erreicht nun praktisch keine Frau, weder vor noch in der Schwangerschaft, die empfohlene Menge.
Wird der Vitamin D Bedarf in der Schwangerschaft nicht gedeckt, kann dies zu einem geringeren Geburtsgewicht des Kindes führen. Auch weitere Komplikationen können nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Speziell für Sie als werdende Mutter empfehlen wir sich zum einen selbstverständlich gesund und bewusst Vitaminreich zu ernähren, aber mit ärztlicher Absprache auch besonders wichtige Vitamine und Mikronährstoffe zu sich zu nehmen, um Ihnen und Ihrem Kind nicht zu schaden. Wie gut Sie bereits mit Mikronährstoffen versorgt sind lässt sich zunächst durch eine Ernährungsanalyse erkennen. Einen Schnelltest können Sie auch auf unserer Homepage machen: Ernährungscheck
Bleiben Ihnen aber dennoch Zweifel, sollten Sie eine Blutanalyse in Erwägung ziehen. Informieren Sie sich dazu bei Ihrer Ärztin/ Ihrem Arzt.
Vitamin D findet sich vor allem in den folgenden Lebensmitteln:
• Aal
• Hering
• Forelle
• Pflanzenmargarine
• Hühnerleber
• Rinderleber
• Champions
• Steinpilze
• Eier
• Schlagsahne
• Gouda
• Emmentaler

Weitere interessante Informationen auch zu anderen Vitaminen finden Sie auf unserer Homepage im FAQ-Bereich.

Eine Liste von Vitamin D-haltigen Nahrungsmittel finden sie auf der Internetseite www.vitalstoff-lexikon.de

Die aktuelle Pressemitteilung zum Bericht in „Der Spiegel“ von Herrn Dr. Wolf Kirschner (Leiter der Evaluationsforschung der FB+E GmbH) finden Sie hier.

16. August 2011

Die Rolle des werdenden Vaters

Der Partner spielt während der Schwangerschaft und natürlich danach eine sehr große Rolle. Er begleitet seine Partnerin durch die gesamte Schwangerschaft und ist somit an allem beteiligt, was die Veränderungen im Körper der Frau angeht. Daraus ergibt sich, dass es für den Mann nicht immer einfach ist, sich in die Gefühle der Partnerin hineinversetzen zu können.

Die Frau übernimmt zwar die körperlichen Belastungen der Schwangerschaft, die dem Mann erspart bleiben, was aber nicht heißt, dass der werdende Vater ganz verschont bleibt. Auch er sucht nach Antworten auf seine Fragen und hat Angst vor einer neuen Situation, der er eventuell nicht gewachsen ist. Er fragt sich, ob er denn die Rolle des Vaterseins meistern wird, ob er dieser überhaupt gerecht werden kann. Diese psychischen Belastungen führen häufig dazu, dass auch Männer in der Zeit der Schwangerschaft über körperliche Beschwerden klagen.

Während die Mutter von Beginn der Schwangerschaft durch die ständige körperliche Nähe zum Kind eine gute Bindung zu diesem aufbauen kann, fällt es dem Partner oft ein bisschen schwerer. Von daher kann es nur von Vorteil sein, wenn beide Partner gemeinsam an diversen Veranstaltungen bezüglich des neuen Familienmitgliedes teilnehmen. Elterngespräche, Schwangerengruppentreffen und Geburtsvorbereitungskurse sind nur ein kleiner Auszug aus den zahlreichen Möglichkeiten, die beide Partner wahrnehmen können. So können sich beide werdenden Eltern mit eben dieser Rolle als zukünftige Mutter und Vater vielleicht stärker identifizieren und sich gezielt darauf vorbereiten.

Lesen Sie mehr zu “Der Rolle des werdenden Vaters” im BabyCare-Buch.