Zum Inhalt springen


-


8. November 2011

Frühgeburten durch Masern

Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)

Die WHO beobachtet derzeit in Westeuropa eine massive Zunahme von Maserninfektionen. Allein in Deutschland sind von Januar bis Oktober 2011 über 1500 Fälle aufgetreten, doppelt so viele wie 2010. Nach einer Ansteckung mit Masern in der Schwangerschaft kommen bis zu 25% der Babys zu früh zur Welt. Deshalb betont Prof. Klaus Friese, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: „Frauen mit Kinderwunsch sollten unbedingt gegen Masern geimpft sein, um eine mögliche Fehl- oder Frühgeburt als Erkrankungsfolge zu verhindern.“ Hier besteht ein erheblicher Nachholbedarf, so Prof. Friese: Die Masern-Immunität liegt in Deutschland auf einem denkbar schlechten Niveau, etwa auf gleichem Level wie die Masernimmunität in Rumänien. Beide Länder bilden in Sachen Masernschutz das Schlusslicht innerhalb der EU. Krankheitsausbrüche sind deshalb vorhersehbar.

Masern sind eine schwere Infektionskrankheit. Die wichtigste Komplikation in der Schwangerschaft sind neben dem hohen Fieber schwere Lungenentzündungen. Wenn die Infektion sehr spät in der Schwangerschaft auftritt, so kann das Baby mit Masern geboren werden. Da Neugeborene noch kein ausgereiftes Immunsystem haben, können diese Erkrankungen lebensbedrohlich verlaufen. Fehlbildungen durch eine Maserninfektion sind allerdings nicht zu befürchten. Deshalb besteht keine Veranlassung für eine pränatale Diagnostik oder einen Schwangerschaftsabbruch, wenn eine Infektion während der Schwangerschaft auftritt. Das gilt übrigens auch für Masernimpfungen, die aus Versehen in einer frühen Phase der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Wenn eine Schwangere, die keinen Impfschutz hat, in Kontakt mit Infizierten kommt, so kann die sofortige Gabe von Immunglobulinen den Ausbruch der Krankheit verhindern oder zumindest abschwächen. Wenn die Krankheit allerdings bereits voll ausgebrochen ist, ist diese Therapieform nicht mehr wirksam.

Personen, die in der Kindheit zweimal geimpft wurden, haben lebenslang einen ausreichenden Impfschutz. Wurde allerdings nur einmal oder gar nicht geimpft, so empfiehlt das Robert-Koch-Institut für für alle, die im Jahr 1970 oder später geboren sind, die Masernimpfung nachzuholen.

© DGGG 2011

25. September 2010

Parodontitis

Wussten Sie es? Eine unbehandelte Parodontitis in der Schwangerschaft steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Frühgeburtsrisiko!

Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie deshalb besonders auf ihre Mundgesundheit achten und die empfohlenen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt zweimal während der Schwangerschaft unbedingt wahrnehmen. Entzündungen im Mundraum treten bei ca. 40% – 80% aller Schwangeren auf. Ein typisches Anzeichen für eine Entzündung ist Zahnfleischbluten, das besonders beim Putzen der Zähne auftritt.

Am besten sollte bei Kinderwunsch die Mundgesundheit schon vor der Schwangerschaft kontrolliert bzw. hergestellt werden. Liegt eine Parodontitis oder deren Vorstufe, eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis), vor, kann der Zahnarzt durch geeignete Behandlungsmethoden die Krankheit therapieren. In der Regel besteht die Therapie aus professionellen Zahnreinigungen und gegebenenfalls der Säuberung von Zahnfleischtaschen. Je früher dies geschieht, desto besser.

Darüber hinaus sollten Sie auf eine besonders sorgfältige und regelmäßige Zahn- und Mundhygiene zu Hause achten. Auch dabei kann Ihr Zahnarzt wertvolle Tipps zur Pflege von Zähnen und Zahnfleisch sowie für die Verwendung und Handhabung spezieller Prophylaxe-Hilfsmittel geben.

Fragen Sie am besten Ihren Zahnarzt oder lesen Sie mehr dazu in Ihrem BabyCare-Handbuch.