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7. Dezember 2018

Die Sehnsucht nach Licht – darf ich in der Schwangerschaft ins Solarium?

Ist Solarium in der Schwangerschaft unbedenklich?

Die Tage werden immer kürzer, das Licht schwindet. Bei aller Vorfreude auf das Weihnachtsfest tun sich viele mit dem Einzug der Dunkelheit schwer. Verständlich, denn weniger Tageslicht, längere Dunkelheitsphasen, führen zur Erhöhung der Produktion vom körpereigenen Melatonin. Melatonin ist ein Hormon, das den Tages-Nacht-Rhythmus des Menschen steuert – ein erhöhter Melatoninspiegel kann zu Müdigkeit, Schlafstörungen sowie depressiven Verstimmungen führen. Eine weitere Nebenwirkung des schwächelnden Sonnenlichts: immer nahtloser werdende Blässe.

Wer nicht die Möglichkeit hat, auf der Sonnenseite der Erdkugel die Sehnsucht nach Licht zu stillen, könnte geneigt sein, dem künstlichen Licht eine Chance zu geben. Sprich: ein Solarium anzusteuern – in der Hoffnung, die Laune – und vielleicht auch den Hautton – zu verbessern. Doch ist ein Besuch im Solarium auch in der Schwangerschaft eine Betätigung, die man ohne Bedenken angehen kann? Hier finden Sie einige wichtige Informationen zu diesem Thema.

Solarium – grundsätzlich erlaubt

Wer sich in die Sonnenbank legt, dem sollte klar sein, dass die Bräunung mit Ultraviolett-(UV-)Strahlung nicht frei von Risiken ist, egal ob schwanger oder nicht. Grundsätzlich ist gegen den Besuch eines Solariums auch während der Schwangerschaft nichts einzuwenden, denn Zusammenhänge zwischen häufiger Exposition mit ultravioletter Strahlung und Schwangerschaftsverlaufskomplikationen sind nicht gesichert. Die hormonelle Veränderung in der Schwangerschaft lässt aber unter anderem die Empfindlichkeit der pigmentbildenden Zellen ansteigen. Diese reagieren nun vermehrt, aber leider ungleichmäßig auf die UV-Bestrahlung. Folglich besteht das Risiko einer nicht flächendeckenden Bräune.

Solarium – gibt es Risiken für das Ungeborene?

Grundsätzlich sind fürs das Ungeborene keine Risiken bekannt. Doch sollten Sie eine zu lange Benutzung vermeiden, da es an Ihrem Bauch zur Überwärmung kommen kann. Auch zu langes Liegen auf dem Rücken kann zu Kreislaufproblemen führen: Durch die Rückenlage besteht die Gefahr, dass der Uterus die untere Hohlvene (Vena cava) einklemmt und den venösen Rückfluss verhindert. Gerade wegen der Gefahr der Überwärmung sollten Sie in den ersten 12 Schwangerschaftswochen besonders vorsichtig sein. Wir empfehlen Ihnen, während der Schwangerschaft ganz auf den Besuch im Solarium zu verzichten.

UV-Licht und Folsäure sind potentiell keine Freunde

Wie eine neue Studie aus Australien zeigt, besteht ein Zusammenhang zwischen häufiger UV-Strahlen-Exposition und einem niedrigen Folsäurespiegel im Körper. Auch wenn bei dieser Studie die Fallzahlen insgesamt als gering einzustufen sind, so gibt sie einen ersten Hinweis zur möglichen Abhängigkeit des Folsäurespielgens und der UV-Licht-Exposition. Vor allem Frauen mit Kinderwunsch und Frühschwangere (bis zur 12. Woche), die oft UV-Strahlung ausgesetzt sind (auch durch Sonnenlicht), sollten daher auf ihre Folsäureversorgung besonders achten sollten, um eine Mangelversorgung zu verhindern. Diese könnte zu erheblichen Schädigungen des Kindes führen.

Bild-Copyright © Gerlach pixabay

30. November 2018

Babys Entwicklung im ersten Lebensjahr

Babys Entwicklung im ersten Lebensjahr ist eine spannende Zeit mit rasanten Veränderungen

Im ersten Lebensjahr entwickelt sich das kleine Baby vom Neugeborenen zu einem Kind, das bereits zu laufen beginnt. Eine spannende Zeit mit rasanten Veränderungen und vielen Überraschungen. In diesem Blogbeitrag beschreiben wir einige Entwicklungsschritte, die ein Kind im ersten Jahr macht und wie Sie seine gesundheitliche Entwicklung unterstützen können. Natürlich sollten Sie dabei beachten, dass jedes Kind ein Individuum ist und sich in jeder Hinsicht in seinem ganz eigenen Tempo entwickelt.

Warum beschäftigen sich Babys so viel mit ihren Händen?

Viele Babys entdecken mit großem Interesse ihre Hände. Vielleicht beobachten Sie, wie Ihr Kind seine Händchen zueinander hin bewegt oder mit den Fingern spielt. Das ist auf jeden Fall ein positives Zeichen und hat mit Langeweile nichts zu tun. Ihr Kind entdeckt seinen Körper und seine Fähigkeiten und beschäftigt sich damit.

Mein Kind ist jetzt sieben Wochen alt und strampelt plötzlich beim Wickeln sehr viel. Woran kann das liegen?

Nahezu täglich entdeckt Ihr Baby etwas, das es jetzt plötzlich kann. Diese neuen Fähigkeiten genießt es. Innerhalb des zweiten Lebensmonats erlebt es, wie seine Bewegungsfreiheit immer größer wird.  Deshalb strampelt es begeistert mit den Beinchen oder rudert mit den Armen in der Luft. Geben Sie Ihrem Kind also möglichst oft Gelegenheit, sich frei zu bewegen.

Wann kann mein Kind seinen Kopf selbst heben?

Während des zweiten bis vierten Lebensmonats lernen die meisten Kinder, ihren Kopf in verschiedenen Körperpositionen aufrecht zu halten. Bis dahin müssen Sie den Kopf stets sehr sorgsam schützen und halten, beispielsweise, wenn Sie das Kind aus einer liegenden Position hochheben.

Wann sollte das Baby anfangen, erste Silben oder gar Worte zu sprechen?

Das ist individuell sehr unterschiedlich. Die meisten Babys fangen im Alter von drei, vier Monaten schon an, mit ihrer Stimme zu „spielen“, sind sichtlich und hörbar fasziniert davon, welche Geräusche sie erzeugen können. Allmählich orientieren Babys sich dann immer mehr an dem, was sie von den Menschen in ihrer Umgebung hören. Sie reagieren darauf, wenn jemand mit ihnen spricht, ahmen Laute nach, die ihnen vorgemacht werden. Mit etwa zehn Monaten beginnen viele Babys dann, erste Silben zu sprechen – „da“, „na“ oder ähnliche sind für die meisten Babys die Favoriten. Um den ersten Geburtstag herum sagt Ihr Baby vielleicht schon sein erstes zweisilbiges Wort.

Foto Copy-Right: szymonpacek/pixabay

23. November 2018

Ohne Folsäure geht nichts! – Wieso Vitamin B9 in der Schwangerschaft so wichtig ist

Folsäure (Vitamin B9) spielt eine große Rolle bei der Zellbildung

Folsäure (Vitamin B9) spielt eine große Rolle bei der Zellbildung. Deshalb ist dieser Nährstoff für Sie als werdende Mutter besonders wichtig: In Ihrem Körper wird schließlich ein Mensch vollständig aufgebaut, der gesamte kleine Körper mit seinen vielen Millionen Zellen wird gebildet.

Folsäure ist wichtig, um Fehlbildungen des Kindes – zum Beispiel dem sogenannten offenen Rücken (Spina bifida) oder der Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte – sowie dem Risiko einer Frühgeburt vorzubeugen.

Welche Lebensmittel enthalten Folsäure?

Vitamin B9 ist in den meisten frischen grünen Gemüsen und Salaten, in Grünkohl, Rosenkohl und Eigelb sowie in Früchten enthalten. Auch Bohnen, Haferflocken, Pilze, Brokkoli, Rindfleisch, Feldsalat und Spargel sind reich an Folsäure.

Wie viel Folsäure brauche ich in der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft sollten Sie täglich 550 Mikrogramm Vitamin B9 zu sich nehmen. Selbst bei ausgewogener Ernährung fällt es schwer, diesen Bedarf zuverlässig zu decken. Der Nährstoff wird durch Hitzeeinwirkung rasch zerstört und ist überhaupt recht empfindlich. Deshalb ist eine zusätzliche Zufuhr von 400 Mikrogramm vor allem bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels notwendig.

Reicht es, wenn ich mich gesund ernähre?

Selbst bei einer gesunden Ernährungsweise können nicht alle Vitamine und Mineralstoffe ausreichend zur Verfügung gestellt werden. Auf ausreichende Zufuhr von Vitamin B9 sollten Sie übrigens auch schon achten, wenn Sie eine Schwangerschaft planen. Mit einer guten Folsäurebilanz ist Ihr Körper optimal auf die Schwangerschaft vorbereitet.

Besteht die Gefahr, dass ich zu viel Vitamin B9 aufnehme?

Eine Gefahr der Überdosierung besteht bei Folsäure nicht, denn das Vitamin ist wasserlöslich und die überschüssige Folsäure wird mit dem Urin wieder ausgeschieden.

Wie lange soll ich Folsäure einnehmen – auch noch nach dem dritten Schwangerschaftsmonat?

Besonders wichtig ist Vitamin B9, bevor die Schwangerschaft eingetreten ist und in den ersten Schwangerschaftswochen, der Zeit der Organbildung. Aber auch in der späteren Schwangerschaft und während der Stillzeit braucht der Körper mehr Folsäure als bisher. Sie können und sollten also die entsprechenden Präparate bis zum Ende der Stillzeit weiter einnehmen. Ihre Frauenärztin bzw., Ihr Frauenarzt wird Sie entsprechend beraten.

Was muss ich noch wissen?

Falls Sie krampflösende Medikamente einnehmen müssen (etwa als Epileptikerin), stimmen Sie sich mit Ihrer Frauenärztin bzw. Ihrem Frauenarzt ab, da hohe Dosen Vitamin B9 die Wirksamkeit der Medikamente beeinflussen können.

Achtung bei grünem Tee! Von diesem sollten Sie nicht mehr als drei Tassen am Tag zu sich nehmen – trotz seiner positiven gesundheitlichen Wirkungen (vor allem bindet er zellschädigende freie Radikale an sich). Denn neben seinem Teingehalt ist grüner Tee auch ein Folsäureantagonist, das heißt, er hemmt die Aufnahme dieses wichtigen Vitamins. Daher ist es in der Schwangerschaft empfehlenswert, grünen Tee in Maßen zu genießen.

Copy-Right © Jonathan Farber / Unsplash

16. November 2018

Mein zweites Baby ist da! Wie unterstütze mein Erstgeborenes in der neuen Situation am besten?

Sie können viel dafür tun, um Ihr Erstgeborenes auf die Ankunft des Geschwisterchens vorzubereiten

Sie haben bereits ein Kind und sind wieder schwanger? Oder ist Ihr zweites Baby schon auf der Welt und Ihrem Erstgeborenen schmeckt es gar nicht, nicht mehr Ihre volle Aufmerksamkeit zu bekommen? Dann beschäftigt Sie wahrscheinlich die Frage, wie Sie Ihrem Kind helfen können, mit dieser grundlegenden Veränderung in seinem Leben umzugehen. Wir haben hierzu einige Tipps für Sie.

Was sollte ich beachten, wenn ich mit meinem neuen Baby aus dem Krankenhaus nach Hause komme?

Beim ersten Kind kreiste die gesamte Aufmerksamkeit ums Baby – in der Familiensituation mit zwei oder mehr Kindern muss die Aufmerksamkeit entsprechend „geteilt“ werden. Damit Ihr Erstgeborenes dieses Teilen nicht als Verlust empfindet, ist es besonders wichtig, dass es auch weiterhin von Ihnen und anderen Bezugspersonen ausreichend wahrgenommen wird. Wichtig ist außerdem, dass Sie dem älteren Kind von Anfang an Gelegenheit geben, eine Beziehung zum Geschwisterkind aufzubauen, und es altersgerecht dabei unterstützen. Lassen Sie sich vom größeren Kind dabei helfen, das Geschwisterchen zu versorgen. So fühlt es sich „verantwortlich“ und weniger ausgegrenzt.

Unser Erstgeborenes ist sehr eifersüchtig auf das Baby. Wie können wir ihm helfen?

Am besten ist es, das Kind schon in der Phase der Babyplanung und im Schwangerschaftsverlauf auf ein Geschwisterchen vorzubereiten. Seien Sie nicht überrascht, wenn die Neuigkeit mit einer gewissen Eifersucht aufgenommen wird. Ihr Erstgeborenes möchte Zeit und Liebe nicht teilen, es lebt in einer Welt, in der es selbst der Mittelpunkt ist. Das ist normal und Sie können Ihrem Kind nur dann emotionale Sicherheit geben, wenn es sich geliebt fühlt. Beziehen Sie deshalb Ihr älteres Kind in die Fürsorge um das neue Baby ein, so viel wie es möchte. Ihr Kind kann beim Füttern, Baden und Anziehen helfen. Betonen Sie immer wieder, wie wichtig seine Hilfe ist! Gleichzeitig muss Ihr älteres Kind verstehen lernen, dass es nur in Ihrer oder Papas Anwesenheit sein Geschwisterchen „versorgen“ darf.

Fördern Sie die natürliche Rivalität nicht, etwa indem Sie die Kinder miteinander vergleichen. Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen, jedes Kind ist ein einmaliges Wesen. Jedes Kind muss gelobt werden für seine ganz individuelle Stärke.

Achten Sie darauf, dass Ihr älteres Kind auch Beachtung findet, wenn Gäste kommen: Sorgen Sie beispielsweise dafür, dass Besucher zuerst das ältere Geschwisterchen begrüßen und dann erst den Neuankömmling bewundern.

Bild-Copyright © Ben Grey (flickr)

9. November 2018

Chronische Krankheiten in der Schwangerschaft – Erkrankungen der Schilddrüse

Funktionsstörungen der Schilddrüse machen während der Schwangerschaft eine ärztliche Behandlung unbedingt notwendig

Bei Krankheiten unterscheidet man zwischen akuten Erkrankungen, wie beispielsweise einem grippalen Infekt, atopischen Erkrankungen wie Asthma und chronischen Krankheiten, wie bspw. Diabetes. Akute Erkrankungen können in der Schwangerschaft häufiger auftreten. Das liegt daran, dass das Immunsystem während der Schwangerschaft stark beansprucht wird. Somit sollten Sie sich jetzt besonders gut schützen.

Insgesamt treten chronische Krankheiten bei Frauen im gebärfähigen Alter nicht so gehäuft aus. Für betroffene werdende Mütter  steht natürlich die Frage im Vordergrund, inwieweit ihre Erkrankung sich auf den Schwangerschaftsverlauf auswirken kann. Sie fragen sich auch, was sie beachten müssen, damit sich das Kind gesund entwickelt. Heute haben wir einige Fakten zum Thema Erkrankungen der Schilddrüse und Schwangerschaft zusammengestellt.

Erkrankungen der Schilddrüse

Ein veränderter Stoffwechselbedarf sowie hormonelle Veränderungen führen bei jeder Schwangeren zu einer physiologischen Anpassung der Schilddrüsenfunktion. Während der Schwangerschaft besteht ein erhöhter Bedarf an Jod. Dieses wird sowohl von der mütterlichen Schilddrüse als auch von der Schilddrüse des ungeborenen Kindes für die Produktion von Hormonen benötigt.

Funktionsstörungen der Schilddrüse machen während der Schwangerschaft eine ärztliche Behandlung unbedingt notwendig. Ansonsten können verschiedene Risiken entstehen, z. B. eine verzögerte oder auch schlechtere geistige Entwicklung des ungeborenen Kindes. Eine Unterfunktion kann medikamentös reguliert werde und muss  genauer beobachtet werden. Unbehandelt kann sie zu Komplikationen bis hin zu Beeinträchtigungen des Kindes führen oder eine Fehlgeburt auslösen.

Während der Schwangerschaft ist es meist erforderlich, die Medikation einer Unter- und Überfunktionen der Schilddrüse, die vor der Schwangerschaft verordnet wurde, anzupassen. Schwangere, die unter einer Schilddrüsenfunktionsstörung leiden, sollten sich deshalb mit ihrer behandelnden Ärztin besprechen.

Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion. Wie hoch ist das Risiko, dass mein Kind geschädigt wird, weil ich regelmäßig Hormone einnehmen muss?

Glücklicherweise kann eine Unterfunktion absolut sicher mit Schilddrüsenhormonen behandelt werden, die richtig dosiert keine Nebenwirkungen haben und auch Ihrem Baby nicht schaden. Während der Schwangerschaft muss aber möglicherweise die Dosis erhöht werden.

Obwohl die Hormone für Ihre Schwangerschaft unbedenklich sind, sollten Sie mit Ihrer behandelnden Schilddrüsenärztin bzw. Ihrem Schilddrüsenarzt über Ihre Schwangerschaft oder mit Ihrer Frauenärztin/dem Frauenarzt über Ihre Schilddrüsenerkrankung bezüglich des Umgangs mit Jod sprechen. Denn je nach Krankheitsbild hat die Versorgung mit Jod einen besonderen Stellenwert.

So ist es bei einigen Schilddrüsenerkrankungen notwendig, viel Jod zu sich zu nehmen, bei anderen sollte auf Jod möglichst verzichtet werden. Da eine ausreichende Jodversorgung in der Schwangerschaft jedoch besonders wichtig ist, sollten Sie besprechen, wie in Ihrem Fall am besten vorzugehen ist, also ob und in welchem Umfang Sie während der Schwangerschaft Jod einnehmen sollen.

Photo by Tanja Heffner on Unsplash