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Safety First – Wunschkaiserschnitt als Allheilmittel?

Aus Angst vor den Schmerzen bevorzugen immer mehr Frauen einen Wunschkaiserschnitt.

Aus Angst vor den Schmerzen bevorzugen immer mehr Frauen einen Wunschkaiserschnitt.

Aus Angst vor den Schmerzen bevorzugen immer mehr Frauen einen Wunschkaiserschnitt, anstatt ihr Kind auf natürlichem Weg zur Welt zu bringen. Nicht selten ist es jedoch so, dass die Frauenärzte und Geburtshelfer diesem Wunsch zustimmen, ohne gründlich über die möglichen Risiken aufzuklären. Denn bei diesem Thema liegt die Angst auf beiden Seiten, sowohl bei der werdenden Mutter, als auch beim Arzt.

Wunschkaiserschnitt – nicht immer die einfachste Lösung

Das ist damit zu erklären, dass viele Eltern nach wie vor die Vorstellung haben, eine Geburt müsse unbedingt ohne Komplikationen verlaufen. Die Ärzte sehen sich also, aus berufsethischen Gründen, in der Verantwortung, jegliche Risiken zu minimieren. Daher wird häufig bereitwillig der Wunschkaiserschnitt durchgeführt, wo er nicht zwingend notwendig gewesen wäre. Erfahrene Hebammen und Ärzte sind sehr wohl in der Lage, auch bei Risikoschwangerschaften wie bspw. Zwillingsschwangerschaften, makrosomen Kindern oder Kindern in Beckenendlage natürlich zu entbinden.

Doch das geht nur, wenn sowohl Ärzte als auch Hebammen Erfahrungen mit natürlichen Geburten gesammelt haben – es ist schließlich ein Handwerk, das erlernt und gefestigt werden muss. Ironischerweise ist jedoch genau dieser Teufelskreis einer der Gründe für die häufigen Kaiserschnitte – mangelnde Erfahrung führt zu falscher Risikobewertung und dann wird die vermeintlich einfachste Lösung gewählt – Wunschkaiserschnitt. Doch diese erweist sich am Ende des Tages als nicht unbedingt einfach.

Kaiserschnitt bringt gesundheitliche Folgen für Neugeborene

Wenn ein Kind auf natürlichem Weg entbunden wird, d. h. durch Presswehen den Geburtskanal passiert, hat dies erwiesenermaßen einen positiven Einfluss auf den Gesundheitszustand des Kindes nach der Geburt. Durch bspw. den Kontakt mit Keimen im Scheidentrakt der Mutter, kann das Immunsystem positiv beeinflusst und gestärkt werden. Im Gegensatz dazu haben Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, nach der Geburt manchmal Anpassungsschwierigkeiten (regelmäßige Lungenfunktion und stabile Temperatur).

Auch mögliche Spätfolgen sollten ernstgenommen und mit berücksichtigt werden, wie etwa das erhöhte Risiko für Asthma, Übergewicht und Diabetes. Doch auch für die Mütter bestehen Risiken, die bei einer weiteren Schwangerschaft zu Problemen führen können, wie z. B. eine Fehllage der Plazenta oder Vernarbungen. Auch sind häufig Folgekaiserschnitte erforderlich.

Nur etwa 10 % der Kaiserschnitte sind notwendig

Das haben auch viele Frauenärzte und Hebammen erkannt und seit 2015 ist die Zahl der Kaiserschnitte in Deutschland wieder rückläufig. Es ist nun die gemeinsame Aufgabe des medizinischen Personals, die Betreuung der Schwangeren so zu gestalten, dass eine Geburt wieder als natürliche und schöne Erfahrung wahrgenommen wird und nicht nur als Risiko.

Bereits weit vor der Geburt kann man viel dafür tun, dass das eigene Baby gesund und natürlich auf die Welt kommen kann.

Bild-Copyright © deborabalves/pixabay

Autorin: Julia Weitlandt

Redaktion: Kaśka Zajchowska

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Info:
Safety First – Wunschkaiserschnitt als Allheilmittel? ist Beitrag Nr. 5178
Autor:
renate.kirschner am 24. November 2017 um 13:24
Category:
Allgemeine Informationen,Baby,Geburt,Geburtsvorbereitung,Kindergesundheit,Komplikationen
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