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Kinderbetreuung – wieviel ist gut und ab wann?

Kinderbetreuung: Gut oder schlecht fürs Kind? Und: Wie viel Zeit ist meinem Kind ab wann zuzumuten?

Kinderbetreuung: Gut oder schlecht fürs Kind? Und: Wie viel Zeit ist meinem Kind ab wann zuzumuten?

Die erste Zeit mit dem Baby ist etwas, was es sich lohnt, bewusst wahrzunehmen und in allen Facetten zu genießen. Doch irgendwann wollen und müssen die Eltern einiges vom „alten“ Leben wieder aufnehmen: Die Arbeit, die eigenen Bedürfnisse, das Sozialleben, Hobbys, und was auch immer einem selbst als eigenständigem Menschen wichtig ist. Damit entsteht die Notwendigkeit, zu klären und zu entscheiden, wer sich in der Zeit, die sich die Eltern für sich selbst nehmen, um das Kind kümmert, wo und wie es betreut wird. Eine Entscheidung, die den meisten Eltern gar nicht so leicht fällt – hier daher einige Fakten, die sich bei der Entscheidungsfindung hinsichtlich der Kinderbetreuung als hilfreich erweisen können.

Kinderbetreuung: Wie viel Zeit ist meinem Kind ab wann zuzumuten?

Das ist pauschal nur schwer zu beantworten. Sicher wird niemand dafür plädieren, ein wenige Wochen altes Baby von frühmorgens bis spätabends in einer Tagesstätte oder von einer Tagesmutter betreuen zu lassen. Es ist allerdings durchaus möglich, dass Kinder schon im ersten Lebensjahr regelmäßig bei der Tagesmutter oder in einer Kinderkrippe sind. Hierbei steht und fällt viel mit der Qualität der Kinderbetreuung: Wie viele Kinder betreut eine Erzieherin (oder die Tagesmutter)? Wie sind die Räumlichkeiten, der Tagesablauf, das Konzept bei der Betreuungsperson oder in der Einrichtung?

Verschaffen Sie sich einen persönlichen Eindruck, tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus – je genauer Sie sich im Vorfeld damit befassen, umso besser wird es Ihrem Kind damit gehen. Und entsprechend wohl werden auch Sie selbst sich mit der Lösung fühlen.

Kinderbetreuung durch Fremde: Ab wann darf mein Kind von anderen Menschen betreut werden?

Anfangs braucht ein Baby vor allem eine sichere Beziehung zu seinen Eltern. Eine oder zwei weitere feste Bezugspersonen sind ebenfalls gut und wichtig.

Sobald Ihr Kind eine sichere Beziehung zu Ihnen und dem Vater des Kindes aufgebaut hat, kann es auch zu anderen Menschen Kontakt aufnehmen, indem es sie anschaut, nach und nach durch Mimik und Gestik auf sie reagiert, sie anlächelt und schließlich nach weiteren Monaten auch auf sie zukrabbelt oder in Babysprache mit ihnen kommuniziert.

Probieren Sie am besten schrittweise aus, ab wann Ihr Baby eine Trennung von Ihnen und seinem Vater akzeptiert und das alleinige Zusammensein mit anderen Bezugspersonen gut findet: Vielleicht ziehen Sie sich zwischendurch immer mal etwas aus einer Situation zurück oder verlassen kurz das Zimmer, während die Oma oder eine Freundin das Kleine auf dem Arm hat. Probieren Sie aus, wie Ihr Baby sich dabei fühlt, nehmen Sie seine Signale wahr und reagieren Sie darauf.

Ich will mein Kind nicht von anderen betreuen lassen, weil ich Angst habe, dass es sich dann auf andere Menschen fixiert und ich in die zweite Reihe rücke. Wie komme ich mit diesem Gefühl zurecht?

Man findet zahlreiche Studien, die belegen sollen, was für Kinder gut – oder nicht so gut – an einer Kinderbetreuung ist. Weniger oft geht es darum, wie Sie als Mutter sich damit fühlen. Bei manchen Müttern spielen ein schlechtes Gewissen – weil man das Kind nicht rund um die Uhr selbst betreut – und Angst – dass das Kind anderen Menschen näher ist als ihnen – eine große Rolle. Beides ist unbegründet. Das schlechte Gewissen wird oft lediglich geschürt durch das Umfeld.

In Deutschland gehen viele Menschen anders als in anderen europäischen Ländern – beispielsweise in Frankreich – davon aus, dass die Mutter rund um die Uhr beim Kind sein müsste. Auch eine Entfremdung zwischen Mutter und Kind ist nicht zu befürchten: Wie innig die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind ist, hängt nicht von der Anzahl der Stunden ab, die Sie miteinander verbringen, sondern vor allem davon, wie Sie in dieser Zeit mit Ihrem Kind kommunizieren und es spüren lassen, dass es geliebt wird.

Bild-Copyright © Shaggy Paul/flickr (CC BY 2.0)

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