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Zweite Geburt – Komplikationen vorprogrammiert?

Kommt es bei der zweiten Geburt zwangsläufig zu Komplikationen, wenn bei der ersten welche aufgetreten sind?

In der zweiten Schwangerschaft stellen sich zum Teil ganz andere Fragen als in der ersten. Natürlich ist vieles vertraut und die meisten Unsicherheiten der ersten Schwangerschaft machen sich gar so sehr nicht bemerkbar. Viele werdende Mütter können in der zweiten Schwangerschaft besser in sich reinhorchen und die Entwicklungen genießen. Je nachdem, wie die Erfahrungen der ersten Schwangerschaft waren, fiebert man den Ereignissen entgegen – oder eben nicht ganz. Vor allem um das Thema Geburt können sich – vor allem wenn während der ersten Entbindung Komplikationen aufgetreten sind – Ängste entwickeln. Doch sind bei der zweiten Geburt in solchen Fällen tatsächlich Komplikationen vorprogrammiert?

Einmal Dammriss – immer Dammriss?

Ob es bei der zweiten Entbindung zu Geburtsverletzungen kommt, hängt von der Art und dem Schweregrad der Geburtsverletzungen bei der ersten Geburt ab. Dammrisse sind dabei die häufigsten Geburtsverletzungen, wobei hier der Schweregrad entscheidend ist für Probleme bei der Folgegeburt. Man unterscheidet vier Stufen:

* Beim Dammriss 1. und 2. Grades kommt es lediglich zu oberflächlichen Verletzungen der Haut oder Dammmuskulatur, die meist von selbst heilen und auch bei der nächsten Geburt meist keine Probleme bereiten.

* Bei höhergradigen Dammrissen kommt es zu tieferen Verletzungen, oft unter Mitbeteiligung der Scheide und/oder des Rektums. Diese höhergradigen Dammrisse treten aber nur selten auf, etwa bei jeder 100. Geburt. Sie müssen genäht werden und können auch die Ursache für eine anale Inkontinenz sein.

Ist es bei Ihnen zu einem höhergradigen Dammriss gekommen, ist leider das Risiko für einen wiederholten Dammriss bei der Folgegeburt um das Fünffache erhöht und liegt damit bei 5 Prozent. Auch die Probleme der analen Inkontinenz nehmen dann weiter zu.

Meine erste Geburt war eine Zangengeburt. Wie hoch ist da die Wahrscheinlichkeit, dass das bei der zweiten Entbindung wieder notwendig sein wird?

Jede Geburt ist einzigartig und so ist es nicht gesagt, dass nach vorangegangener Zangengeburt erneut eine zu erwarten ist. Der weibliche Körper ist in Hinblick auf eine zweite vaginale Geburt einfach schon besser vorbereitet und der Prozess des Gebärens verläuft für gewöhnlich schneller. Das Gewebe wurde bereits einmal gedehnt und auch die Muskulatur hat den Prozess des Gebärens bereits einmal bewältigt.

Am besten besprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin/Ihren Frauenarzt, welche Gründe es bei der ersten Entbindung für die Zangengeburt gab. Dann können Sie sich gezielter auf die Geburt vorbereiten und auch die damit verbundenen Ängste und Unsicherheiten abbauen.

Bei meiner ersten Geburt ist mein Blutdruck nach der PDA so stark gefallen, dass mir Adrenalin gespritzt werden musste. Wie hoch ist das Risiko, dass dies wieder passiert?

Es passiert oft, dass bei der PDA der Blutdruck abfällt. Wie stark der Blutdruckabfall ist, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, wie Tageszeit, Ernährung, Wetter und anderem. Daher kann man nicht sagen, ob eine erneute PDA wieder so gravierende Folgen haben wird. Informieren Sie Ihre Geburtshelferinnen rechtzeitig vor einer erneuten PDA über die Nebenwirkung der vorangegangenen PDA, damit sie entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen können.

 

Bild-Copyright © KatrinPie (pixabay)

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