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Sex nach der Entbindung – noch immer die schönste Nebensache der Welt?

Vieles verändert sich nach der Geburt – so stellen sich auch beim Thema Sex nicht selten neue Fragen

Das Baby ist da, die Schwangerschaft vorbei. Damit steht eine neue Lebensphase an, auf die man sich – als frischgebackene Mama, als frischgebackene Eltern, erst einmal einstellen muss. Denn: Die Idee, dass nach der Schwangerschaft vieles wieder so läuft, wie davor, stellt sich als unzutreffend aus. Vielmehr steht ein Paar wieder vor der Herausforderung, sich neu zu entdecken und manches neu zu definieren. Verständlicherweise wird das Thema Sex zu einer solchen Aufgabe. So werden uns nicht selten von unseren Teilnehmerinnen Fragen dazu gestellt, wie sich die „schönste Nebensache der Welt“ nach der Entbindung verändern kann – und wie sie mit Herausforderungen in diesem Bereich umgehen sollen. Einige Fragen haben wir heute für Sie zusammengestellt.

Ich habe Angst vorm „ersten Mal“ nach der Geburt – was tun?

Für viele junge Mütter tauchen in puncto Sex jetzt Gefühle und Fragen auf, die tatsächlich an das „allererste Mal“ erinnern: Nach der Geburt ist die Scheide besonders empfindlich. Je nachdem, welche Geburtsverletzungen aufgetreten sind, kann selbst das Wasserlassen und Sitzen eine Zeit lang schmerzhaft sein. Auch der erste Sex kann etwas schmerzhaft sein und sich anders anfühlen als vorher. Am besten reden Sie mit Ihrem Partner ganz offen darüber, auch über Ihre Ängste. Je zärtlicher und behutsamer Sie Ihren Neustart erleben, umso schöner wird es für Sie beide werden.

Ich fühle mich nicht attraktiv und möchte nicht mit meinem Partner schlafen. Wie sage ich es ihm?

Nicht wenige junge Mütter fühlen sich in ihrem veränderten Körper zuerst nicht sicher. Aber ist dieses Gefühl tatsächlich begründet? Sicher hat sich Ihr Körper verändert. Aber Sie haben gerade ein Kind bekommen. Ihr Partner wird kaum erwarten, dass davon nichts mehr zu sehen ist. Die meisten Frauen machen sich völlig unnötige Gedanken darum, was der Partner erwarten könnte. Im Grunde geht es vielmehr um Sie selbst: Sobald Sie sich wieder wohlfühlen, strahlen Sie das auch aus.

Sprechen Sie mit Ihrem Partner über das, was Sie beschäftigt. Wenn Sie sich lieber mit einer guten Freundin austauschen möchten, tun Sie das. Auch mit Ihrer Hebamme können Sie sprechen – selbst über solch intime Dinge.

Meine Scheide fühlt sich seit der Geburt sehr trocken an. Hat das mit dem Stillen zu tun und sollte ich jetzt lieber auf Sex verzichten?

Viele Frauen spüren, dass während der Stillzeit ihre Scheide weniger feucht und elastisch ist als sonst. Das ist vor allem in der ersten Zeit des Stillens der Fall, wenn das Baby in sehr kurzen Abständen trinkt, da dadurch die Hormonsituation entsprechend verändert ist. Wenn Sie Lust auf Sex haben, sollten Sie aber keinesfalls darauf verzichten. Damit er nicht schmerzhaft wird, verwenden Sie am besten Gleitmittel. Ihre Frauenärztin bzw. Ihr Frauenarzt kann Ihnen auch ein östrogenhaltiges Präparat (Zäpfchen oder Salbe) verschreiben. Dieses darf, da es nur lokal in der Scheide angewendet wird, auch während der Stillzeit verwendet werden.

Wenn die Stillabstände größer werden und die Monatsblutung wieder eingesetzt hat, verschwindet die Scheidentrockenheit meist von selbst. Auch darüber können Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Stillberaterin sprechen.

Bild-Copyright © 5688709 von Pixabay

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