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1. November 2011

Die U´s!? Nicht vergessen!

Die U-Untersuchungen = Kindervorsorgeuntersuchungen

Um sicherzustellen, dass Defekte und Erkrankungen die körperliche und geistige Entwicklung eines Kindes nicht gefährden bzw. möglichst schnell durch einen Kinder- und Jugendarzt erkannt werden, hat der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in den „Kinder-Richtlinien“ die ärztlichen Maßnahmen zur Früherkennung von Krankheiten bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres festgelegt.
Diese werden im gelbem Kinder-Untersuchungsheft „Gelbes Heft“ des Gemeinsamen Bundesausschusses vom Kinder- und Jugendarzt dokumentiert (Rechtsgrundlage ist § 26 SGB V). Alle Früherkennungsmaßnahmen für Säuglinge und Kleinkinder zählen seit 1971 zu den Pflichtleistungen der Krankenkassen.

Die U1 erfolgt kurz nach der Geburt (2. Bis 4. Lebensstunde) und soll Defekte vitaler Funktionen aufdecken, die sofortiges Handeln erfordern. Ein wichtiger Bestandteil ist der sogenannte APGAR-wert. Es wird 1 bis 5 Minuten nach der Geburt jeweils von 0 bis 2 Punkten für 5 Aspekte des Allgemeinzustandes des Neugeborenen vergeben: Atmung (A), Puls (P), die Reflexe beim Absaugen (G), die Farbe der Haut (A für engl. Appearance) sowie den Muskeltonus (R). Die Ergebnisse des Tests zeigen, wie das Baby die Geburt überstanden hat, wie gut es den Anpassungsprozess außerhalb des Mutterleibs bewältigt und ob es sich nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell erholt.

Ziel der U1 ist die Beurteilung des kindlichen Gesundheitszustandes mit allen Sinnen:
1. Inspektion (Betrachtung): Hautfarbe, Ödeme, Blutungen, Geburtsverletzungen, Angiome, Symmetrie und Beschaffenheit der Fontanellen, Augen, Ohren und des Mundes sowie der Extremitäten (Fußstellung, Faltenasymmetrien), Gelenke, Wirbelsäule
2. Auskultation (Abhören): Herz und Lunge (Fragestellung: Herzfehler, Atmungsanomalien)
3. Palpation (Abtasten): Abtasten des Bauches (Tumorsuche), Genitalien (Descensus des Hodens), Leistenpulse, Analregion

19. Mai 2010

Volleyball in der Schwangerschaft

Sport ist in der Schwangerschaft nicht nur erlaubt, sondern tut auch gut, sofern es sich nicht um Hochleistungssport handelt. Die Gefahr von Thrombosen und Wassereinlagerungen ist bei sportlichen Schwangeren geringer. Trainierte Frauen haben bei der Entbindung weniger Schmerzen und benötigen seltener Schmerzmittel.

Frauen, die schon mehrere Fehlgeburten oder Komplikationen bei früheren Schwangerschaften hatten oder die unter bestimmten Krankheiten wie Infektionen, Bluthochdruck und Schilddrüsenstörungen leiden, müssen Sport allerdings ganz aus dem Programm streichen. Auch Frauen, die extremes Unter- oder Übergewicht haben, oft Schwindelanfälle bekommen oder in Atemnot geraten, sollten auf Sport verzichten. In jedem Fall muss aber die Ärztin entscheiden.

Normalerweise sollten Sportarten mit abrupten Bewegungsabläufen während der Schwangerschaft eher vermieden werden. Bei entsprechender Vorsicht ist Volleyball mit Freunden (kein Wettkampfvolleyball) möglich, dann sind die Gefahren wie Stürze und Zusammenstöße, die bei allen Mannschaftssportarten mit direktem Körperkontakt vorkommen, geringer.

Aber Achtung! Wenn Sie merken, dass es Ihnen zu viel wird, sollten Sie eine Pause einlegen.

4. November 2009

Schwangerschaft und Kopfschmerzen

kopfschmerzenBedingt durch die Hormonumstellung können Kopfschmerzen in der ersten Zeit der Schwangerschaft verstärkt auftreten.

Gehen Sie bei Kopfschmerzen an die frische Luft oder legen Sie sich hin. Regelmäßige Bewegung, aber auch Entspannung und Ruhepausen sowie eine bewusste Körperhaltung können helfen. Eine kalte Kompresse oder Pfefferminzöl auf der Stirn wirken oft Wunder. Und vermeiden Sie selbstverständlich die bekannten Auslöser von Kopfschmerzen wie Alkohol und Nikotin.

Zwar sollten Sie während der Schwangerschaft (außer in Notfällen) auf Medikamente so weit es geht verzichten, jedoch ist die Einnahme des Schmerzmittels Paracetamol entsprechend der Packungsbeilage (eine bis zwei Tabletten alle vier Stunden) aus ärztlicher Sicht unbedenklich. Als Mittel der zweiten Wahl ist Ibuprofen erlaubt, allerdings nicht mehr im letzten Schwangerschaftsdrittel. Diclofenac und Indometacin, beide sog. nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), führen nicht zu kindlichen Fehlbildungen, können aber möglicherweise eine Fehlgeburt auslösen. Acetylsalicylsäure (Aspirin, ASS) soll während der Schwangerschaft NICHT zur Behandlung von Kopfschmerzen, anderen Schmerzen oder Fieber angewendet werden.

Bitte sprechen Sie bei lang anhaltenden und starken Kopfschmerzen mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt darüber.

Foto: (c)PublicDomainPictures/pixabay.com

2. September 2009

Sport in der Schwangerschaft

Es ist noch nicht lange her, da wurde Schwangeren von jeder sportlichen Aktivität abgeraten. Nur ein wenig Gymnastik, Schwimmen und spazieren gehen waren erlaubt. Das hat sich geändert. Heute gilt Sport in Maßen für werdende Mütter als durchaus empfehlenswert.

Dabei sollte man allerdings immer diese beiden Punkte berücksichtigen:

  • Die Schwangerschaft an sich stellt bereits extreme Anforderungen an den ganzen Körper und an bestimmte Körperfunktionen. So nehmen beispielweise das Herzvolumen und die Herzfrequenz zu.

  • Schwangerschaftsbedingte körperliche Veränderungen treten vor allem ab dem sechsten Monat ein. Sie sind gerade auch beim regelmäßigen Sporttreiben zu beachten. Der wachsende Uterus führt zu einer Schwerpunktverlagerung und zu einer Kippung des Beckens nach vorn.

Die Schwangerschaft ist deshalb nicht der geeignete Zeitraum für Frauen, die bisher keinen Sport getrieben haben, nun mit einem anstrengenden Leistungssport oder Fitnesstraining zu beginnen.

Wenn Sie zu den fast 40% der Frauen gehören, die nur unregelmäßig oder überhaupt nie Sport treiben, sollten Sie mit einer leichten Schwangerschaftsgymnastik beginnen, sobald sich die Schwangerschaft bestätigt. Wenn Sie bereits regelmäßig Sport treiben, müssen sie nicht damit aufhören. Sie sollten jedoch etwas schonender vorgehen. Wenn Sie gewohnt sind, täglich Sport oder Leistungssport zu treiben, sprechen Sie mit Ihren Frauenarzt oder Sportmediziner darüber.

Generell sind Sportarten mit vorwiegend aerober Belastung, rhythmischem Bewegungsablauf, geringem Sturzrisiko und Betätigung großer Muskelgruppen gut geeignet, um auch während der Schwangerschaft ausgeübt zu werden. Extreme Beschleunigung, Abbremsung, Rotation, harte Stöße, hohes Sturzrisiko, anaerobe Belastung und vorwiegende Rückenlage müssen vermieden werden.

Das sportliche Training sollte auch bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf mit dem Arzt besprochen werden. Unabdingbar ist dies bei Risikoschwangerschaften (z.B. Neigung zu Frühgeburten, Blutungen etc.) sowie bei allgemeinen akuten oder chronischen Erkrankungen der Schwangeren.

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