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10. April 2015

Gebärstuhl und Romarad – flexible Unterstützung bei der Geburt

Das große Ereignis - die Geburt

Das große Ereignis – die Geburt

Das Romarad und der Gebärstuhl sind sogenannte „Geburtsmöbel“, die Sie bei der Entbindung unterstützend verwenden können. Dadurch, dass beide Hilfsmittel das Einnehmen einer aufrechten Position ermöglichen, können Sie bei der Geburt die Schwerkraft nutzen.

Seit Jahrtausenden bekannt – der Gebärstuhl

Der Gebärstuhl hat sich seit Jahrtausenden als geburtsunterstützende Methode bewährt – bereits im alten Ägypten bekannt, hat er bis heute nichts an seiner Popularität eingebüßt. Auch wenn sich im Laufe der Zeit die Aufmachung verändert hat, (more…)

9. Januar 2012

Geburtsangst bewältigen

Gerade Frauen, die das erste Mal schwanger sind, wissen nicht, was auf sie zukommt.

Gerade Frauen, die das erste Mal schwanger sind, wissen nicht, was auf sie zukommt.

Viele Frauen haben Angst vor der Geburt, dies ist ganz normal. Gerade Frauen, die das erste Mal schwanger sind wissen nicht, was auf sie zukommt. Hinzu kommt meist, dass sich Erstschwangere mit Frauen austauschen, die bereits eine oder mehrere Geburten hinter sich haben und „Horrorgeschichten“ hören. Negatives – das in der Regel leider auch eher im Kopf verbleibt – schürt die Geburtsangst. Daher empfiehlt es sich, mit diesem Thema frühzeitig zu befassen und Strategien zur Bewältigung zu entwickeln, denn Aufklärung und Information sind die besten Waffen gegen die Geburtsangst.

Die Hebamme und der Geburtsvorbereitungskurs können erste Anlaufstellen sein, um Ihnen etwaige Bedenken zu nehmen. Sie erlernen die gängigsten Atemtechniken, um den Geburtsschmerz zu verkraften. Auch eine enge, vertrauensvolle Bindung zu Ihrer Hebamme hilft die Nervosität zu besiegen. Scheuen Sie sich nicht die Hebamme zu wechseln, wenn die „Chemie“ zwischen Ihnen nicht stimmt.

Lassen Sie sich vor allem nicht von Aussagen wie „Ihr Kind ist etwas groß (klein, leicht, schwer) für diese Schwangerschaftswoche …“ beunruhigen, keine Schwangerschaft verläuft nach einem bestimmten Schema. Klären Sie Ihre Unsicherheiten oder Fragen mit dem Arzt/der Ärztin oder Ihrer Hebamme.

Wählen Sie sich eine Geburtsumgebung in der Sie sich geborgen, und wo Sie sich ebenso von den anwesenden Geburtshelfern gut umsorgt fühlen. Am besten besuchen sie die Wunschklinik im Vorfeld und melden sich an. In Ihrer Akte können dann Ihre Wünsche und Bedürfnisse festgehalten und später berücksichtigt werden.

Eine Art, sich ganz offensiv mit den Ängsten auseinanderzusetzen wäre, eine Liste mit den verschiedenen Angst-Punkten. Wenn Sie sich dann damit beschäftigen, werden Sie sehen, dass es für alle Dinge mindestens ein Gegenargument oder eine Lösung gibt.

Zum Beispiel: Ich habe Angst vor der Geburt weil ich…
… die Wehen und die Schmerzen fürchte. Lösung: Wenn ich es nicht aushalte, kann ich eine PDA in Anspruch nehmen.

… befürchte nicht rechtzeitig im Krankenhaus anzukommen oder meinen Partner nicht dabei zu haben. Lösung: Wir haben einen Plan, was wir machen, wenn es schneller gehen muss. Ich habe die Nummer des Rettungsdienstes in meinem Telefon gespeichert und falls mein Partner nicht schnell genug da sein kann, habe ich jemanden (Freundin, Schwester, Mutter), der es auf alle Fälle rechtzeitig schafft und mich unterstützt.

… Komplikationen befürchte, die das Baby oder mich sterben lassen. Lösung: Niemand hat eine Garantie, dass alles gut geht aber es hilft weder mir noch dem Kind, wenn ich mir mit Zweckpessimismus den schlimmsten Fall ausmale. Ärzte und Hebammen werden sich gut um mich und mein Baby kümmern.

Machen Sie sich bewusst, dass Sie aktiv am Geburtsvorgang beteiligt sind und Ihr angeborener Instinkt Ihnen den Weg zeigt. Sie sollten während der Wehen auf Ihre innere Stimme hören und Geräte, Medikamente und Hebamme nur als Unterstützung verstehen.

Mehr zum Thema Geburt finden Sie im BabyCare-Buch.

 

Bild-Copyright: © cartersbebemom / pixabay.com (Creative Commons CC0)

12. Dezember 2011

Mehr über die Geburt im Wasser

Schon die Menschen im Altertum kannten die entspannende und krampflösende Wirkung von warmem Wasser. Dieser Wirkung sind sich in der heutigen Zeit immer mehr Frauen bewusst und entbinden aus diesem Grund „unter Wasser“.

Unter einer Wassergeburt versteht man, dass die Gebärende die Zeit von der Eröffnungs- bis zur Austreibungsphase im Gebärbecken verbringt. Somit findet die Geburt unter Wasser statt. Viele Frauen begeben sich aber erst zur eigentlichen Geburt ins Wasser und verbringen die Wehen und Austreibungsphase noch auf dem „Trockenen“.

Die Wassergeburt ist eine der sanftesten Methoden der Niederkunft. Generelle Merkmale sind Schmerzlinderung und Stressreduzierung für Mutter und Kind. Die größten Vorteile liegen in der kürzeren Wehendauer, weniger schlimmen Schmerzen, weniger Dammschnitten/- rissen und einer größeren Bewegungsfreiheit für die Frau. Aufgrund des warmen Wassers entkrampfen und entspannen sich die Muskeln und das Gewebe an Becken und Scheide besser und die Schmerzen werden von vielen Frauen als weniger schlimm empfunden. Frauen, welche ihr Kind im Wasser zur Welt bringen, verzichten sehr viel häufiger auf die Gabe von Schmerzmitteln.
Sind die Muskeln entspannt, so sind sie auch elastischer und ermöglichen dem kindlichen Kopf ein besseres Durchkommen durch das mütterliche Becken. Das Pressen mit der Bauchmuskulatur ist bei einer Wassergeburt aus diesem Grund weniger notwendig. Auch das Gewebe am Damm ist geschmeidiger und die Gefahr eines Dammrisses oder Dammschnittes ist um ein Vielfaches verringert.

Durch den Auftrieb des Wassers kann die Schwangere bequem und in fließenden Bewegungen von einer Gebärposition in die andere wechseln, ohne sich zu sehr anstrengen zu müssen. Vorteil für das Kind ist der sanftere Übergang vom Fruchtwasser ins Wasser mit in etwa gleicher Temperatur. Damit wird ein Geburtsschock verhindert. „Wasserkinder“ erleiden auch weniger die Neugeborenen-Gelbsucht.

In den zwei Phasen der Geburt wird zuerst der Kopf und dann der Rest des Körpers geboren. Viele Mütter haben zwischen der ersten und zweiten Phase Angst, dass das Baby atmen muss, aber mit dem Kopf ja noch unter Wasser ist. Es besteht aber kein Grund zur Sorge. Ist das Kind vollständig geboren, wird es mit den Armen paddeln, um zu verdeutlichen, dass es an die Oberfläche gehoben werden muss, um den ersten Atemzug zu tätigen. Erst wenn das Baby keinen Kontakt mehr zum Wasser hat, wird es seinen ersten Atemzug tun.

Sollten Sie sich definitiv für eine Wassergeburt entscheiden, empfiehlt es sich die Klinik oder das Geburtshaus Ihrer Wahl schon frühzeitig auszusuchen.
Achten Sie bei der Besichtigung des Kreißsaals und des Gebärbeckens besonders auf folgende Dinge:
• Wenn Sie im Becken sitzen, sollte Ihnen das Wasser mindestens bis zur Brust reichen.
• Der Rand des Beckens muss so stabil sein, dass Sie sich mit Armen und Beinen abstützen können.
• Sie sollten sich frei im Becken bewegen können
• Anti-Rutsch-Matten oder Schaumkissen sollten vorhanden sein
• Der Zufluss des Wassers erfolgt im optimalen Fall von unten
• Das Becken sollte gut isoliert und beheizbar sein
• Die Wassertemperatur beträgt je nach Ihrem Empfinden zwischen 32 und 37 °C

Eine Wassergeburt sollte allerdings nur dann geplant werden, wenn die Schwangerschaft bislang ohne Komplikationen verlaufen ist und auch keine Komplikationen zu erwarten sind (keine Frühgeburt, keine Vorerkrankungen z.B. Diabetes mellitus oder Infektionserkrankungen wie HIV oder Hepatitis B, keine Mehrlingsschwangerschaft, keine Steißlage, kein grünes Fruchtwasser).

Hier finden Sie eine Liste einiger Kliniken in Deutschland, welche Wassergeburten anbieten.

Informieren Sie sich aber trotzdem in Ihrer gewählten Klinik noch einmal genauer nach dieser Geburtsoption.

28. November 2011

Entbindung ambulant? Geht das?

Die ambulante Geburt ist eine fast vergessene Möglichkeit, ein Kind in Sicherheit zu gebären und trotzdem schnell wieder in die gewohnte, heimische Umgebung zurückzukehren. Es gibt mehrere Optionen von ambulanten Geburten. Die wahrscheinlich bekanntesten sind die Geburt im Geburtshaus und die Geburt zu Hause. Der unbekannteste und am seltensten genutzte Weg ist der, das Kind im Krankenhaus zur Welt zu bringen und die Klinik dann binnen weniger Stunden wieder zu verlassen.

Ambulant im medizinischen Sinne bedeutet, am Tag des Eingriffs wieder nach Hause zu gehen oder den Eingriff in den eigenen vier Wänden durchführen zu lassen. Nur sehr wenige Frauen, unter ihnen vorrangig Zweitgebärende, nutzen derzeit dieses Angebot zur Niederkunft.

Eine Erhebung des AQUA-Instituts zur Verweildauer in der Klinik nach der Geburt zeigt, dass 2009 nur 3,2% aller Gebärenden (20.282 von 638.826 Frauen) das Krankenhaus innerhalb von 24 Stunden verlassen haben. Im Geburtshaus oder zu Hause kommen pro Jahr rund 10.000 Kinder zur Welt, gibt die Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe e.V. (QUAG) an. Dabei berichten die ambulant Gebärenden, dass sie es als äußerst positiv einschätzen, nach der Geburt schnell wieder im eigenen Heim zu sein. Die Geborgenheit, die die eigene Familie und alle persönlichen Dinge bzw. die gewohnte Umgebung den Müttern vermittelt, sei sehr wichtig, um gerade die kritische Wochenbettphase ohne Komplikationen zu überstehen. Darüber hinaus fühlten sich die Frauen den eigenen Angaben nach entspannter, sicherer und folgten ihren eigenen Vorstellungen und Wünschen. Zudem eröffnen die verschiedenen Varianten ambulanter Entbindungen Frauen ganz individuelle Möglichkeiten des Gebärens, je nach Persönlichkeit, Vorgeschichte und Verlauf der Schwangerschaft.

Bei einer ambulanten Geburt wird die Schwangere vor, während und nach der Niederkunft von ihrer Hebamme umsorgt. Diese besucht die Frau – wie auch nach einer Klinikgeburt üblich – in den ersten zwei Wochen nach der Geburt täglich. Die Nachsorge in diesem Betreuungsrahmen ist entgegen der allgemeinen Annahme auch im Fall einer erfolgten PDA oder eines Dammrisses meist vollkommen ausreichend. Frauen, die bei einer Klinikgeburt die vertraute Hebamme an ihrer Seite wissen wollen, müssen dafür jemanden finden, der Beleggeburten im gewünschten Krankenhaus durchführen kann. Auch wenn das nicht überall möglich ist, haben viele Kliniken Verträge mit Beleghebammen. Die Kosten für Geburt und Nachsorge durch die Hebamme übernehmen die Krankenkassen, egal, wo entbunden wird. Hinzu kommt aber eine regional sehr unterschiedlich ausfallende Rufbereitschaftspauschale der Hebamme, die in der Regel privat zu finanzieren ist.

Bei der Wahl der Geburtsklinik muss man keine bindende Entscheidung fällen, ob die Geburt ambulant oder stationär ablaufen soll. Wichtig ist, grundsätzlich zu wissen, dass Sie mit der Abgabe Ihrer Unterschrift auf den Entlassungsdokumenten, jederzeit gehen dürfen – solange es ärztlich zu verantworten ist. Insofern bedeutet das auch im Umkehrschluss, dass Sie, falls vorher eine ambulante Geburt angestrebt wurde, länger im Krankenhaus bleiben können. Insbesondere wird die Überwachung in der Klinik bei einem Kaiserschnitt, starken Blutungen oder Anpassungsstörungen des Kindes erforderlich. In diesem Zuge sollten Sie sich auch darüber im Klaren sein, dass trotz einer normal verlaufenden Geburt und dem Anschein, dass es dem Neugeborenen gut ginge, das Risiko plötzlich auftretender Komplikationen zwar selten aber möglich ist. Es obliegt letztlich Ihrem individuellen Befinden, ihrem Gefühl und der Situation.

Wir empfehlen Ihnen, sich bei Kreissaalbesichtigungen gezielt über die ambulante Geburt informieren zu lassen, da die Klinken diese Möglichkeit üblicherweise nicht ansprechen.

Über diese und andere Entbindungsmöglichkeiten lesen Sie mehr im BabyCare-Buch.

21. Oktober 2011

Entbindung im „Hebammenkreißsaal“

Bei der Wahl der Geburtsklinik sollte es in erster Linie darum gehen, dass Sie sich sicher und geborgen fühlen. Das neue Versorgungskonzept „Hebammenkreißsaal“ soll Ihnen genau das umfassend bieten. Hier werden überwiegend gesunde Frauen in der Schwangerschaft, während und nach der Geburt sowie im Wochenbett eigenverantwortlich und selbstständig durch Hebammen betreut. Der Hebammenkreißsaal ersetzt nicht den üblichen – ärztlich geleiteten – Kreißsaal, sondern stellt eine Erweiterung des geburtshilflichen Angebotes der Klinik dar. Beide Abteilungen arbeiten in enger Kooperation miteinander, so dass im Falle einer sich entwickelnden Komplikation vor, während oder nach der Geburt die Frau vom Hebammenkreißsaal in die ärztliche Betreuung des üblichen Kreißsaals weitergeleitet werden kann. Grundlage hierfür ist ein interdisziplinär erarbeiteter Kriterienkatalog.

Ziel des in Skandinavien, England und Österreich entstandenen Konzeptes ist es, eine möglichst interventionsarme Geburtshilfe zu bieten. Hierbei spielt vor allem die vertrauensvolle Beziehung zur eigenen Hebamme eine tragende Rolle, die durch regelmäßigen Kontakt – bereits vor der Geburt – gefestigt wird.

Die wesentlichen Unterschiede zum „normalen“ Kreißsaal bestehen darin, dass unter der Geburt eine „Eins-zu-Eins-Betreuung“ – Patientin-Hebamme, angestrebt wird. Daneben werden zur Geburtserleichterung ausschließlich naturheilkundliche Verfahren angewendet, sollten diese nicht ausreichen, wird die Gebärende im normalen Kreißsaal weiter betreut. Während der eigentlichen Geburt kommt eine zweite Hebamme unterstützend hinzu. Sollten allerdings Komplikationen oder Regelwidrigkeiten auftreten wird ein Arzt ohne Wechsel der Räumlichkeiten herangezogen. Auch die Wochenbettbetreuung erfolgt durch das Hebammenteam.

Die Vorteile des Hebammenkreißsaals sehen Schwangere, die dort entbunden haben, hauptsächlich in der Selbstbestimmung, der Kontinuität der Betreuung und der Sicherheit im Falle des Falles doch auf ärztliche Unterstützung zählen zu können.
Der Hebammenkreißsaal stellt in Deutschland bisher eine Innovation dar. Nachfolgend finden Sie die existierenden Hebammenkreißsäle in Deutschland.

Klinikum Bremerhaven Reinkenheide
Asklepios Klinik Hamburg-Harburg
Asklepios Klinik Hamburg-Barmbek
Klinikum Stuttgart, Krankenhaus Bad Cannstatt
Klinikum Niederberg, Velbert
Krankenhaus Nord-West, Frankfurt am Main
Martin-Luther-Krankenhaus Berlin
Klinikum Osnabrück
Klinikverbund Südwest, Krankenhaus Herrenberg
Universitätsklinikum Bonn