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27. Februar 2012

Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

Die Vorsorgeuntersuchungen sollten unbedingt von der Schwangeren wahrgenommen werden. Diese werden von dem betreuenden Gynäkologen durchgeführt. Die Erstuntersuchung beinhaltet eine umfangreiche Anamnese sowie eine intensive Untersuchung und das Ausstellen des Mutterpasses. Die weiteren Untersuchungen kontrollieren den Verlauf der Schwangerschaft, sie dienen der Früherkennung und konsequenten Behandlung von eventuell auftretenden Komplikationen. Bei einem komplizierten Verlauf der Schwangerschaft oder einer Risikoschwangerschaft erfolgen die Untersuchungen entsprechend häufiger.

Die Untersuchungen sind bei einer komplikationsfreien Schwangerschaft wie folgt angesetzt:

  • Bis zur 24. Schwangerschaftswoche sollte sich die Frau alle 4 Wochen bei ihrem Gynäkologen  untersuchen lassen.
  • Ab der 28. Schwangerschaftswoche dann schon alle 3 Wochen,
  • ab der 34. Schwangerschaftswoche alle 2 Wochen und
  • ab der 41. Schwangerschaftswoche jeden 2. Tag. Bestehen bis dahin immer noch keine Anzeichen auf eine baldige Geburt, sollte sich die Schwangere ab 10-12 Tage nach dem errechneten Geburtstermin in stationäre Aufnahme begeben, um medizinisch bestens beobachtet zu werden, außerdem steht die Schwangere mit ihren Fragen und Ängsten nicht allein da. Das primäre Ziel dieser Untersuchungen ist das frühzeitige Erkennen von mütterlichen und kindlichen Risiken.

Außer den regelmäßigen Untersuchungen wird in der 24.-28. Schwangerschaftswoche ein Glucose-Screening angesetzt. Bei Frauen mit familiärer Belastung (zuckerkranke Eltern oder Großeltern) oder starkem Übergewicht wird das Glucose-Screening in der 30.-32. SSW wiederholt, auch wenn es vorher unauffällig war. Darüber hinaus wird ein Abstrich auf Streptokokken empfohlen und bei Rh-negativen Frauen in der 27.-30. Schwangerschaftswoche außerdem ein 2. Antikörpersuchtest (Anti-D-Prophylaxe).

Das Angebot an Zusatzuntersuchungen, die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen, hat in den letzten Jahren zugenommen. Dabei sollte gut überlegt werden, welche von diesen Angeboten wirklich notwendig sind, da häufig Untersuchungen durchgeführt werden, die völlig unnötig sind, oder sogar belastend sein können. Als Entscheidungshilfe dienen umfangreiche Informationen und die Beratung durch einen Fachmann.

1. November 2011

Die U´s!? Nicht vergessen!

Die U-Untersuchungen = Kindervorsorgeuntersuchungen

Um sicherzustellen, dass Defekte und Erkrankungen die körperliche und geistige Entwicklung eines Kindes nicht gefährden bzw. möglichst schnell durch einen Kinder- und Jugendarzt erkannt werden, hat der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in den „Kinder-Richtlinien“ die ärztlichen Maßnahmen zur Früherkennung von Krankheiten bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres festgelegt.
Diese werden im gelbem Kinder-Untersuchungsheft „Gelbes Heft“ des Gemeinsamen Bundesausschusses vom Kinder- und Jugendarzt dokumentiert (Rechtsgrundlage ist § 26 SGB V). Alle Früherkennungsmaßnahmen für Säuglinge und Kleinkinder zählen seit 1971 zu den Pflichtleistungen der Krankenkassen.

Die U1 erfolgt kurz nach der Geburt (2. Bis 4. Lebensstunde) und soll Defekte vitaler Funktionen aufdecken, die sofortiges Handeln erfordern. Ein wichtiger Bestandteil ist der sogenannte APGAR-wert. Es wird 1 bis 5 Minuten nach der Geburt jeweils von 0 bis 2 Punkten für 5 Aspekte des Allgemeinzustandes des Neugeborenen vergeben: Atmung (A), Puls (P), die Reflexe beim Absaugen (G), die Farbe der Haut (A für engl. Appearance) sowie den Muskeltonus (R). Die Ergebnisse des Tests zeigen, wie das Baby die Geburt überstanden hat, wie gut es den Anpassungsprozess außerhalb des Mutterleibs bewältigt und ob es sich nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell erholt.

Ziel der U1 ist die Beurteilung des kindlichen Gesundheitszustandes mit allen Sinnen:
1. Inspektion (Betrachtung): Hautfarbe, Ödeme, Blutungen, Geburtsverletzungen, Angiome, Symmetrie und Beschaffenheit der Fontanellen, Augen, Ohren und des Mundes sowie der Extremitäten (Fußstellung, Faltenasymmetrien), Gelenke, Wirbelsäule
2. Auskultation (Abhören): Herz und Lunge (Fragestellung: Herzfehler, Atmungsanomalien)
3. Palpation (Abtasten): Abtasten des Bauches (Tumorsuche), Genitalien (Descensus des Hodens), Leistenpulse, Analregion

10. März 2011

Individuelle Gesundheitsleistung – Zweit-Trimester-Screening

In der 14+0 bis 19+6 Schwangerschaftswoche kann man durch die kombinierte Auswertung der Laborwerte – AFP, HCG, Östriol und Inhibin A – eine statistische Risikoberechnung für das Vorliegen eines Down-Syndroms oder eines Neuralrohrdefekts erhalten. Mit dem sogenannten Quadruple-Test können 81% der Kinder mit einem Down-Syndrom erkannt werden.

Früher wurde häufig der Triple-Test durchgeführt (ohne Inhibin A). Mit diesem konnten ca. 70% der Kinder mit einem Down-Syndrom erkannt werden.

Sowohl der Erst- wie auch der Zweittrimestertest ergeben lediglich eine Risikoabschätzung. Bei auffälligem Befund muss die Diagnose durch eine Chromosomenanalyse (Chorionbiopsie oder Amniozentese) gestellt werden.

Die Zweit-Trimester-Diagnostik ist darüber hinaus nicht Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinien und ist daher eine individuelle Gesundheitsleistung, deren Kosten die Schwangere selbst zu tragen hat, wenn diese Untersuchung gewünscht wird.

Ihr Arzt sollte Sie über die Notwendigkeit einer solchen Untersuchung beraten.

Mehr dazu erfahren Sie auch im BabyCare-Handbuch.

3. März 2011

Individuelle Gesundheitsleistung – Erst-Trimester-Screening

Die Ersttrimester-Diagnostik bietet die Möglichkeit zur Früherkennung von Entwicklungsstörungen des Feten.

Zwischen der frühen 12. und der abgeschlossenen 14. Schwangerschaftswoche werden die Nacktransparenz und zwei Substanzen aus dem mütterlichen Blut gemessen. Dabei handelt es sich um das freie ß-HCG und PAPP A (Pregnancy associated plasma protein A). Durch die Kombination aus Nackentransparenz und Blutuntersuchung ist eine Risikoabschätzung chromosomaler Fehlverteilungen wie des Down-Syndroms zu einem frühen Zeitpunkt möglich. Ein sicherer Ausschluss einer Trisomie ist jedoch nicht möglich.

Die Erst-Trimester-Diagnostik ist darüber hinaus nicht Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinien und ist daher eine individuelle Gesundheitsleistung, deren Kosten die Schwangere selbst zu tragen hat, wenn diese Untersuchung gewünscht wird.

Die Kombination der Nackentransparenzmessung mit den Ergebnissen der Blutuntersuchung und dem mütterlichen Altersrisiko verbessert die Erkennungsrate für Trisomie 21. Unter idealen Untersuchungsbedingungen kann in einem pränatalmedizinischen Zentrum eine Erkennungsrate von > 90 % erreicht werden.

Ihr Arzt sollte Sie über die Notwendigkeit einer solchen Untersuchung beraten.

Mehr dazu erfahren Sie auch im BabyCare-Handbuch.